Rats-Mehrheit bleibt bei Auseinandersetzung um die  Gestaltung der Neubauten hart

"Wohnen im Park" in Hardegsen: Kein Verzicht auf die Steinsockel

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„Wohnen am Bürgerpark“: Der Hardegser Rat besteht darauf, dass die dort entstehenden Gebäude bis auf eine Ausnahme einen Steinsockel bekommen. 

Hardegsen – Zu einem verbalen Schlagabtausch entwickelte sich in der Sitzung des Hardegser Rates die Diskussion um die künftige Entwicklung des Bauprojektes „Wohnen am Bürgerpark“.

Knackpunkt ist, dass der Investor Jan-Thorsten Lüthje (DAWE GmbH, Göttingen) entgegen einer bereits am 26. April 2017 mit der Stadt Hardegsen geschlossenen Vereinbarung bei der Gestaltung der Gebäudefassaden auf einen Steinsockel verzichten möchte. Ein entsprechender Antrag fand jedoch nicht die Zustimmung der politischen Gremien.

In einem Schreiben an den Hardegser Bürgermeister hatte Lüthje daraufhin Kritik am Verhalten des Rates geübt und namentlich dem SPD-Ratsherrn Sandro Wolff vorgeworfen, aus „nicht nachvollziehbaren Gründen“ zu dem negativen Votum gedrängt zu haben. „Wenige bestimmen den Entscheid zum Nachteil der Stadt“, so Lüthje in seinem Brief.

Wolff verwahrte sich gegen den Vorwurf, nicht im Interesse der Stadt gehandelt zu haben, und erhielt dabei Unterstützung von Tobias Kreitz (CDU). Der forderte in der Sitzung Bürgermeister Michael Kaiser auf, Ratsmitglieder vor persönlicher Kritik dieser Art zu schützen.

Kaiser beurteilte das Schreiben als „nicht so doll unter der Gürtellinie“, als dass er dieser Aufforderung nachkommen müsste und empfahl allen beteiligten, zur Sachdiskussion zurückzukehren. Grundlage dafür sei die aktuelle Empfehlung des Ausschusses für Planen, Bauen und Umwelt.

Der hatte sich bereits am Montag mit dem Thema beschäftigt und sich für einen Kompromiss ausgesprochen. Demnach sollen die Fassaden der Gebäude grundsätzlich wie vereinbart mit einem Steinsockel versehen werden. Lediglich für das Gebäude, in dem die Bäckerei Ruch eine Filiale eröffnen möchte, soll es eine Ausnahme geben, damit deren Farbkonzept umgesetzt werden kann.

Ratsherr Dr. Frank Wiese (Hardegsen 21), der für Rainer Lutter in den Rat nachgerückt ist, brachte in der Sitzung zum Ausdruck, dass er den Streit nicht nachvollziehen könne, zumal bislang niemand erklärt habe, wozu diese Steinsockel eigentlich dienen sollen. Der vom Bauausschuss empfohlene Kompromiss würde aus seiner Sicht der Stadt Hardegsen einen „architektonischen Wolpertinger“ bescheren.

Insofern sei es sinnvoll, das Thema noch einmal zu diskutieren. Sein Antrag, das Thema ein letztes Mal in den Bauausschuss zu verweisen, wurde jedoch von der SPD-CDU-Mehrheitsgruppe abgelehnt, sodass es bei den Steinsockeln bleiben wird. Bezüglich einer Änderung der Pläne für das Bauprojektes „Wohnen am Lindenplatz“ gab es hingegen keinerlei Einwände.

Dem Antrag der Schonlau GmbH & Co. KG, im hinteren Bereich des Baugrundstücks statt der ursprünglich vorgesehenen Doppel- beziehungsweise Einfamilienhäuser zwei Mehrfamilienhäuser zu errichten, stimmte der Rat zu.  

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