Dachdeckerarbeiten sollen bis Ende Januar abgeschlossen sein

Ziegel in Sonderserie fürs Muthaus in Hardegsen

Luftbild Muthaus auf der Burg Hardeg in Hardegsen
+
Blick von oben: Dieses Bild zeigt das komplett eingerüstete Muthaus auf der Burg Hardeg. Auf der Ostseite ist das neue Dach schon fast fertig.

Die Bauarbeiten auf der Burg Hardeg gehen weiter.

Hardegsen – Auf dem Muthaus werden derzeit im Rahmen der Dachsanierung etwa 10 000 Dachziegel angebracht, die bei der Firma Jacob/Walther in Bilshausen nach einem besonderen Verfahren hergestellt werden.

Laut Stadtverwaltung Hardegsen handelt es sich dabei um einen sogenannten Krempziegel „K 1“, der als „historischer Ziegel in Reinkultur“ gilt und dessen Geschichte bis zum Beginn des 11. Jahrhunderts zurückreicht. Noch heute wird er bei vielen bedeutenden historischen Bauten, insbesondere bei Baudenkmälern und Sakralbauten verwendet.

In Abstimmung mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege in Hannover und der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Northeim wurde festgelegt, dass Ziegel der Sonderserie „friesisch-bunt Salzbrand“ verwendet werden sollen, die anstelle eines einheitlich neuartigen roten Farbbildes einen zum historischen Muthaus besser passenden Eindruck erzeugen.

Bei diesem Verfahren werden die Ziegel in einem Veredelungsprozess punktuell mit einem natürlichen Salz besprüht, sodass beim Brennen in diesen Bereichen ein Farbspektrum entsteht, das von roten bis zu blauschimmernden Tönen reicht.

Um über die Städtebauförder- und Stadtsanierungsmittel hinaus finanzielle Unterstützung zu bekommen, hatte die Stadt Hardegsen bereits vor einem Jahr einen Förderantrag nach dem Denkmalschutz-Sonderprogramm bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gestellt. Der war aber aufgrund der großen Nachfrage nicht berücksichtigt worden.

Die Gesamtkosten für den ersten Bauabschnitt betragen einschließlich der Honorare für die Ingenieurleistungen der beteiligten Fachbüros 973 000 Euro. Davon muss die Stadt Hardegsen 324 000 Euro selbst bezahlen. Der restliche Betrag wird zu gleichen Teilen über die Städtebauförderung vom Bund und vom Land Niedersachsen getragen.

Die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt begannen bereits im August des vergangenen Jahres mit der Herstellung der Baustraße vom Vereinsheim des Hardegser Schützenvereins durch den oberen Kurpark zum Muthaus, wo eine Plattform als Aufstellfläche für den Kran angelegt wurde.

Nach der kompletten Einrüstung des Muthauses ab Mitte August folgten dann Anfang September die ersten Arbeiten am Dach. Dabei wurden weitere massive Schäden in der Dachkonstruktion entdeckt und behoben.

Nach Abschluss der Dachsanierung sind weitere Bauabschnitte für Sanierung der Fassade geplant. Die Entscheidung über einen entsprechenden Förderantrag bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz erwartet man im Hardegser Rathaus im März.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.