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Landkreis Northeim fördert Hebammen weiter

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Von: Niko Mönkemeyer

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Das Wiegen eines Babys gehört dazu, wenn Hebammen zur Nachsorge junge Mütter und ihre Kinder im sogenannten Wochenbett besuchen.
Das Wiegen eines Babys gehört dazu, wenn Hebammen zur Nachsorge junge Mütter und ihre Kinder im sogenannten Wochenbett besuchen. © JUuian Stratenschulte/dpa

Die bereits zum 1. September 2019 vom Kreistag beschlossene Richtlinie für Fördermaßnahmen zur Verbesserung der Hebammenversorgung im Landkreis Northeim hat sich bewährt und soll auch in den kommenden beiden Jahren fortgesetzt werden. Der Northeimer Kreistag hat in seiner jüngsten Sitzung dazu beschlossen, jährlich 38 000 Euro dafür zur Verfügung zu stellen.

Northeim – Wie die Kreisverwaltung dazu mitteilte, haben sich seit 2019 vier Hebammen im Landkreis niedergelassen. Damit habe sich die Hebammenversorgung insgesamt zwar etwas entspannt, aber dennoch gelte es, die Situation in den kommenden Jahren weiter zu verbessern. Aus Beratungsgesprächen der „Frühen Hilfen“ des Landkreises Northeim sei bekannt, dass „nicht wenige schwangere Frauen trotz umfangreicher Bemühungen keine Hebammen finden“.

Die jetzt beschlossene neue Förderrichtlinie sieht weiterhin vor, dass Fachkräfte, die sich im Landkreis Northeim freiberuflich niederlassen, einen Gründungszuschuss von 3000 Euro erhalten können, wenn sie bereits sechs Monate in dieser Funktion tätig sind und die Betreuung von mindestens zehn Wöchnerinnen mit jeweils mindestens drei Wochenbettbesuchen nachgewiesen werden kann.

Im Landkreis Northeim gab es laut Kreisverwaltung im vergangenen Jahr 1112 Geburten, für die insgesamt 725-mal Wochenbettbesuche über das Programm abgerechnet wurden. Das entspricht einer Förderquote von 65,2 Prozent. 2020 waren es 1054 Geburten und 718 Anträge (68,1 Prozent).

Nach der bisherigen Richtlinie erhielten Hebammen ab drei Hausbesuche pro Patientin einen Zuschuss von 20 Euro, künftig sollen es 30 Euro sein. Dass bisherige Mentoring-Programm, das für Berufsanfängerinnen oder Wiedereinsteigerinnen einen Zuschuss von 1000 Euro vorsah, wenn diese sich bereit erklären, eine Hebamme für mindestens sechs Monate zu unterstützen, wird nicht fortgesetzt, da es dafür in den vergangenen Jahren keinen Bedarf gab. Stattdessen sollen freiberufliche, bereits niedergelassene Hebammen einen Zuschuss von 900 Euro erhalten können, wenn sie studierende Hebammen im Rahmen ihrer praktischen Ausbildung anleiten. Aktuell (Stand August 2022) sind im Landkreis Northeim 30 Hebammen inklusive der in der Helios-Klinik tätigen gemeldet, wobei einige keine ambulante Betreuung oder nur in einem geringen Maße Versorgungsleistungen anbieten. Im Juni 2019 waren es 27 Hebammen. (Niko Mönkemeyer)

1112 Geburten im vergangenen Jahr

In der Stadt Northeim wurden im vergangenen Jahr 255 Kinder geboren und 256 in 2020. Die entsprechenden Zahlen aus den anderen Städten und Gemeinden gehen aus der Kita-Bedarfsplanung des Landkreises Northeim hervor: Uslar 114 (106 in 2020); Nörten-Hardenberg 101 (86); Moringen 61 (38); Katlenburg-Lindau 63 (58); Kalefeld 51 (42); Hardegsen 66 (70); Einbeck 243 (227); Bodenfelde 13 (30); Bad Gandersheim 72 (65); Dassel 73 (76) – insgesamt 1112 (1054). (nik)

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