Heimatforscher suchen Zeitzeugen aus der Landwirtschaft

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Wer kennt den Ort und die Personen auf diesem Foto aus dem Jahr 1955? Die Arbeitsgemeinschaft für Südniedersächsische Heimatforschung befragt derzeit Zeitzeugen zu Veränderungen in der Landwirtschaft nach 1945.

Großenrode. Wer kann sich an die Landarbeit nach 1945 erinnern? Die Arbeitsgruppe für Südniedersächsische Heimatforschung sucht alte Fotos und Zeitzeugen für eine Befragung.

Gerald Könecke

Die Zeiten, in denen Landwirte ihre Felder mit Rindern und Pferden bestellt haben, sind lange vorbei. Heute erleichtern ihnen Landmaschinen und Traktoren die Arbeit. Damit die Erinnerung an diese „alte Zeit“ nicht verloren geht, sucht die Arbeitsgemeinschaft für Südniedersächsische Heimatforschung (ASH) derzeit nach Zeitzeugen, die an einer Befragung teilnehmen.

„Wir suchen nach Landwirten aus Voll- oder Nebenerwerbsbetrieben, die die Ablösung der Arbeit mit Pferden durch Traktoren selbst miterlebt haben“, erklärt Dr. Gerald Könecke, der die ASH-Kommission Volkskunde leitet. Dazu hat die Kommission einen Fragebogen ausgearbeitet. Auch persönliche Schilderungen sind möglich. Etwa 50 Fragebögen hat die Gruppe bereits zusammengetragen.

Wie hat sich die Technik im Stall und auf dem Feld verändert? Welche Auswirkungen hatten die Flurbereinigung und die Einführung der gesetzlichen Sozialkassen? Wie haben sich die Hektar-Preise entwickelt? Unter anderem zu diesen Themen fehlen noch Informationen.

Im Weiteren sammelt die Kommission alte Fotos aus der Landwirtschaft bis 1990. Sie sollten Motive aus der landwirtschaftlichen Arbeitswelt abbilden. „Wir scannen die Bilder auch ein und geben die Originale zurück“, sagt Könecke. Es habe sich gezeigt, dass die Erinnerungsarbeit viele Erfahrungen von Befragten wieder lebendig werden lasse. „Viele ältere Menschen sind froh darüber, dass ihr Erleben heute noch wert geschätzt wird.“

Die ASH besteht bereits seit 1929 und ist eine Vereinigung von Laien, die sich für das Geschehen der Region interessieren, sowie von Wissenschaftlern und Forschern unterschiedlicher Fachrichtungen. Auch Heimatvereine, Museen, Kommunen und Landkreise sind ihr angeschlossen. Die ASH-Arbeitsgruppe Volkskunde trifft sich drei- bis viermal im Jahr und freut sich über Gäste. 

Kontakt: Dr. Gerald Könecke, Tel. 0 55 03/9 11 71, E-Mail: gerald.koenecke@t-online.de

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