1. Startseite
  2. Lokales
  3. Northeim

Engpässe in den Lieferketten – Fördermöglichkeiten stark im Landkreis Northeim gefragt

Erstellt:

Von: Rosemarie Gerhardy

Kommentare

Obermeister Horst Medecke steht an einer Wärmepumpe am eigenen Betrieb.
Obermeister Horst Medecke mit einer Wärmepumpe am eigenen Betrieb. Diese Technik in Kombination mit Fotovoltaik ist aktuell sehr gefragt. © Hubert Jelinek

Die Preise für Gas und Strom steigen, nicht erst seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs. Verbraucher machen sich zunehmend Gedanken, wie sie die zu erwartenden Mehrkosten stemmen und ihre Heizungssysteme gegebenenfalls auf alternative und kostengünstigere Energieträger umrüsten können.

Northeim – Eine gesteigerte Nachfrage nach Umrüstungen insbesondere auch von alten Ölheizungen hätte es deshalb schon vor dem Ukraine-Krieg gegeben, berichtet Horst Medecke, Obermeister der Innung Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Northeim-Einbeck.

Denn dank einer zum Teil 50-prozentigen Förderung sei eine Umrüstung auf eine Pelletheizung auch finanziell sehr attraktiv. Doch auch bei anderen Umrüstmaßnahmen gebe es durchaus interessante Fördermöglichkeiten, so Medecke.

Wer nicht gleich die ganze Heizung austauschen möchte, dem empfiehlt er die Heizung zu optimieren. Um Energie zu sparen, könne eine neue Umwälzpumpe helfen oder das Nachrüsten einer Solaranlage. Ergänzend könnte auch ein Kaminofen gute Dienste leisten, hier gelte es aber dringend auf die Feinstaubbelastung zu achten, damit er auch lange im Betrieb bleiben könnte.

Gasheizungen würden bei Neubauten kaum noch eingesetzt. Die Gasversorger würden die Neubaugebiete kaum noch erschließen. „Das lohnt sich für die meist nicht mehr“, so Medecke. Im Trend liegen hingegen Wärmepumpen, oft in Kombination mit Fotovoltaik-Anlagen, die dann den erforderlichen Strom für die Wärmepumpe liefern würden.

Wer seine Heizung umrüsten oder erneuern und damit im kommenden Herbst heizen möchte, sollte nicht zu lange überlegen, rät der Obermeister. Zum einen hätte auch seine Branche mit Lieferengpässen zu kämpfen. So hätten manche Wärmepumpen eine Lieferzeit von bis zu 20 Monaten. Außerdem „laufen uns die Preise davon, Steigerungen von 10 bis 15 Prozent mit steigender Tendenz sind zu verzeichnen“, so Medecke. Beispielsweise bei Stahlrohren, die bislang aus der Ukraine bezogen wurden, die nun teuerer von anderer Stelle bezogen werden müssten.

Stadtwerke wollen zur Gaspreisentwicklung nicht spekulieren

Ob und in welchem Umfang sich Northeimer Kunden der Stadtwerke (SWN) auf Preissteigerungen einstellen müssen, dazu wollte der Energieversorger auf HNA-Anfrage keine Aussagen treffen. „Wegen der aktuellen Lage können auch wir keine verlässliche Aussage über die Entwicklung treffen. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir über mögliche Szenarien nicht spekulieren möchten“, teilt SWN-Pressesprecher Lars von Minden mit. Aber wie die meisten Energieanbieter verfügten auch die Stadtwerke Northeim über längerfristige Bezugsverträge mit Großhändlern und derzeit würden alle Lieferverpflichtungen eingehalten.

Grundsätzlich gelte, dass die Energieversorgung im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine kein lokales Problem darstelle, so von Minden. Ob und unter welchen Umständen Auswirkungen auf die Gasversorgung in Europa zu erwarten seien, hänge von den Geschehnissen ab. Zudem würden momentan Energielieferoptionen für Deutschland im Allgemeinen von der Bundesregierung gesteuert – dies auch im näheren Austausch mit der Europäischen Kommission und anderen EU-Mitgliedstaaten, macht er deutlich, dass auch der Northeimer Energieversorger von der globalen Entwicklung abhängig ist. (Rosemarie Gerhardy)

Auch interessant

Kommentare