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Kreistag stimmt Vereinbarung mit Helios über Rückzug aus Bad Gandersheim zu

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Von: Olaf Weiss

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Das Bad Gandersheimer Krankenhaus.
Das Bad Gandersheimer Krankenhaus: Seit 2009 und noch bis September 2023 ist es in Trägerschaft von Helios. Einen Neustart soll es anschließend mit der Universitätsmedizin Göttingen geben. © Olaf Weiss

Der Kreistag hat in einer Sondersitzung am Freitagnachmittag den Weg frei gemacht für eine Neuausrichtung des Krankenhausstandortes Bad Gandersheim. Einstimmig stimmten die Mitglieder für eine entsprechende Rahmenvereinbarung mit Helios.

Bad Gandersheim – Diese sieht unter anderem vor, dass Helios sich gemäß dem eigenen Wunsch zu Ende September 2023 als Klinikbetreiber aus Bad Gandersheim zurückzieht. Als Gegenleistung verlängert der Klinikkonzern die Standortgarantie für die Northeimer Klinik bis 2042.

Im Bad Gandersheimer Krankenhaus soll anschließend die Universitätsmedizin Göttingen einen „reduzierten“ stationären Bereich für die Basisversorgung betreiben. Auch eine ambulante medizinische Versorgung soll es dort geben. Das Ganze soll entweder als aus dem Innovationsfond des Bundes gefördertes Statamed-Modellprojekt (Statamed: Stationäre und ambulante Medizin) oder als vom Land gefördertes sogenanntes Regionales Gesundheitszentrum (RGZ) verwirklicht werden. Eine öffentliche Förderung ist Voraussetzung für das Engagement der UMG.

Der Landkreis Northeim mietet die Gebäude von Helios für zunächst zehn Jahre und vermietet einen Teil an die UMG weiter. Für Gebäudeteile, die die UMG nicht benötigt, werden noch Nutzer aus dem medizinischen Bereich gesucht.

Unter anderem hat nach den Worten von Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) Rehaklinikbetreiber Paracelsus, der in der Kurstadt bereits drei Kliniken betreibt, Bereitschaft für ein Engagement bekundet.

Astrid Klinkert-Kittel Landrätin des Landkreises Northeim
Astrid Klinkert-Kittel, Landrätin des Landkreises Northeim. © LPD Northeim

Offen ist noch, wie viele der Beschäftigten nach dem Helios-Rückzug übernommen werden. Um dazu Aussagen zu machen, sei es noch zu früh, sagte die Landrätin auf eine Frage des Helios-Betriebsratsvorsitzenden Christian Nagel.

Dass die UMG für den Standort Bad Gandersheim gewonnen werden konnte, sei nicht zu toppen, betonte der SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Schwarz. Als „Sechser im Lotto für den Landkreis“ bezeichnet das Christian Grascha, der FDP-Fraktionsvorsitzende. Das sei ein beachtlicher Schritt in die richtige Richtung zur Sicherung des Standortes, urteilte die CDU-Fraktionschefin Beatrix Tappe-Rostalski über die Rahmenvereinbarung.

Prof. Lorenz Trümper, UMG-Vorstand für Krankenversorgung.
Prof. Lorenz Trümper, UMG-Vorstand für Krankenversorgung. © UMG

„Wir freuen uns sehr, dass wir uns an diesem Modellprojekt beteiligen können, betonte Prof. Lorenz Trümper, UMG-Vorstand für Krankenversorgung. Er war per Video in die hybrid stattfindende Sitzung zugeschaltet.

Die Versorgungsprobleme im stationären Bereich werden nach seinen Worten in den nächsten Jahren immer weiter zunehmen. Dabei sei es wichtig, eine Versorgung in der Fläche zu sichern, um größere Häuser von leichten Fällen zu entlasten, für die deren Möglichkeiten nicht benötigt werden.

Außerdem biete das Projekt die Chance, angehende Mediziner bereits im Studium mit der Arbeit in der ländlichen Versorgung vertraut zu machen, um sie dafür zu gewinnen. Später sei das kaum noch möglich. (Olaf Weiss)

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