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Hilfe für Arbeitssuchende: Jobcenter öffnet Servicepoint in Northeimer City

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Von: Axel Gödecke

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Vorm neuen Service-Point am Münster in Northeim: Untere Reihe (v. l.): Bürgermeister Simon Hartmann, Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, Jobcenter-Geschäftsführer Stefan Schäfer, mittlere Reihe (v. l.) Irina Hartig (Projektkoordinatorin vom Jobcenter), Sabine Fricke (Agentur für Arbeit), Anna Holland (Jobcenter), Harald Rode (Dezernent Landkreis), Obere Reihe (v. l.): Florian Buchmann (Jobcenter), Michael Schmitz (Leiter Gesamtprojekt SPG), Elisabeth Henrich (Bereichsleiterin Softdoor), Burak Shahin (Projektkoordinator Softdoor) und Yvette Siebert (Jobcenter).
Vorm neuen Service-Point am Münster in Northeim: Untere Reihe (v. l.): Bürgermeister Simon Hartmann, Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, Jobcenter-Geschäftsführer Stefan Schäfer, mittlere Reihe (v. l.) Irina Hartig (Projektkoordinatorin vom Jobcenter), Sabine Fricke (Agentur für Arbeit), Anna Holland (Jobcenter), Harald Rode (Dezernent Landkreis), Obere Reihe (v. l.): Florian Buchmann (Jobcenter), Michael Schmitz (Leiter Gesamtprojekt SPG), Elisabeth Henrich (Bereichsleiterin Softdoor), Burak Shahin (Projektkoordinator Softdoor) und Yvette Siebert (Jobcenter). © Christine Gudd//nh

Northeimer Arbeitssuchende mit gesundheitlichen Einschränkungen können auf ein neues Hilfsangebot bei der Jobsuche zurückgreifen: Ein zentraler Service-Point bietet Unterstützung von Experten.

Northeim – Im Rahmen eines millionenschweren Modellprojektes des Bundes wurde jetzt in der Northeimer Innenstadt ein „Service-Point Gesundheit und Arbeit“ (SPG) eingerichtet. Die Räumlichkeiten befinden sich am Münster 31 neben dem Heimatmuseum.

Der SPG soll Anlaufpunkt für Arbeitsuchende mit gesundheitlichen Einschränkungen sein, die vom Jobcenter Landkreis Northeim betreut werden. Der Ansatz zielt darauf ab, über die Verbesserung der gesundheitlichen Situation Integrationsfortschritte zu ermöglichen.

Stefan Schäfer, Geschäftsführer des Jobcenters Landkreis Northeim, zeigte sich froh und auch ein wenig stolz, dass es gelungen sei, den Zuschlag für das Modellprojekt zu erhalten: „Wir haben den Antrag gemeinsam mit drei weiteren Jobcentern eingereicht und freuen uns sehr, dass wir mit unserer Bewerbung überzeugen konnten.“ Allein hätte man das man in Northeim finanziell nicht stemmen können.

Bewusst, so Schäfer, habe man für das Projekt Räumlichkeiten außerhalb des Jobcenters gesucht, um ein anderes Ambiente bieten zu können. So gehöre beispielsweise ein kleines Café zum SPG. Im Herzen Northeims habe sich ein geeigneter Standort gefunden. Sowohl die beiden Träger des Jobcenters, der Landkreis Northeim und die Agentur für Arbeit Göttingen, als auch die Stadt Northeim hätten stets ein offenes Ohr für Fragen gehabt und bei der Suche nach einer Immobilie sehr geholfen.

Zum Ziel des Projektes erläuterte der Leiter des Jobcenters, dass ein großer Teil der langzeitarbeitslosen Menschen gesundheitliche Einschränkungen habe, die körperlicher, aber auch psychischer Natur seien. In diesem Projekt gehe es darum, die gesundheitliche Situation der Betroffenen zu verbessern oder zu stabilisieren, später darum, neue Perspektiven zu entwickeln und diese umzusetzen.

Dafür arbeiteten im Service-Point zahlreiche Experten des Trägers „Softdoor“ sowie Beschäftigte des Jobcenters mit den Teilnehmern zusammen. Schäfer: „Weder gesellschaftlich noch wirtschaftlich können wir es uns leisten, Menschen aufzugeben oder zu verlieren und auf ihr Potenzial für die Betriebe zu verzichten.“

Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre. Zu der Gemeinschaft der Antragsteller gehören auch noch die Jobcenter Holzminden, Hameln-Pyrmont und Siegen-Wittgenstein. Jedes Jobcenter habe einen eigenen Service-Point Gesundheit und Arbeit eingerichtet, berichtet Schäfer. Das Gesamtprojekt werde von Michael Schmitz vom Jobcenter Northeim geleitet. Umgesetzt wird das Angebot von der Bensheimer Softdoor GmbH, die in diesem Segment über langjährige Erfahrung verfüge.

Was den Service-Point Gesundheit und Arbeit auszeichnet, erklärte Elisabeth Henrich, Regionalleiterin der Softdoor GmbH: „Die Teilnehmenden sind alle freiwillig hier und wissen, dass es ausschließlich um sie und ihre Gesundheit und um ihre Zukunftsperspektiven geht. Diese Erkenntnis motiviert.“

Man könne aufgrund der breit gefächerten Hilfsmöglichkeiten, die durch die Beratungsangebote der Jobcenter-Mitarbeiter im SPG ergänzt werden, gezielt Hilfe anbieten. Das umfasse zum Beispiel Coaching-Programme. Durch die Kooperation mit Fachärzten, Sozial- und Arbeitsmedizinern sowie Psychologen könne man umfangreiche Unterstützung im medizinischen Bereich bieten. Henrich: „Wir können Fachdiagnostik und anschließende individuelle Förderpläne mit entsprechenden Angeboten einleiten und begleiten.“

Das Projekt in Northeim hat eine Kapazität von 125 Plätzen. Die Teilnahme ist auf acht bis zwölf Monate ausgelegt, sodass weitere Kunden des Jobcenters im Laufe der Zeit das Angebot wahrnehmen können. Arbeitsuchende, die vom Jobcenter betreut werden und an dem Angebot interessiert sind, könnten sich gerne an ihren persönlichen Ansprechpartner wenden, ergänzte Schäfer.

Das Angebot richtet sich an Jobcenter--Kunden aus dem gesamten Landkreis. Bei Schwierigkeiten, den Service-Point vom Wohnort aus zu erreichen, lassen sich individuelle Lösungen finden.

Förderung aus dem Bundesprogramm „rehapro“
Aufgrund von stetig hohen Zugängen in die Erwerbsminderungsrente und in die Eingliederungs- beziehungsweise Sozialhilfe hat der Bundesgesetzgeber den Auftrag zur Durchführung von Modellvorhaben zur Stärkung der Rehabilitation im Aufgabenbereich der Grundsicherung für Arbeitssuchende und der gesetzlichen Rentenversicherung erteilt. Diesen Auftrag setzt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit dem Bundesprogramm „Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben - rehapro“ um. Die vier im Verbund agierenden Jobcenter Holzminden, Landkreis Northeim, Hameln-Pyrmont und Kreis Siegen-Wittgenstein haben sich für eine Teilnahme ihres Modelprojekts Service-Point Gesundheit und Arbeit im Bundesprogramm beworben und den Zuschlag erhalten. Jedes dieser vier Jobcenter hat einen eigenen SPG. an seinem Standort. 

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