Forscher sagen weitere Winde voraus: Himmels-Blick lohnt sich

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Beeindruckendes Naturschauspiel: Am Dienstagabend waren Nordlichter unter anderem im norwegischen Trondheim zu sehen.

Katlenburg-Lindau. Fest im Blick haben die Sonne derzeit die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Lindau. Aus gutem Grund: Am Dienstagabend waren in den Polarregionen vermehrt Nordlichter am Himmel zu sehen.

Schuld daran sind Eruptionen auf der Sonnenoberfläche, durch die sich so genannte Sonnenwinde bilden.

„Sonnenwinde enstehen durch einen Kurzschluss von Magnetfeldern“, erklärt Dr. Werner Curdt vom Lindauer Institut. „Das Megnetfeld der Sonne verschwindet und gibt Materie frei.“ Bei einer solchen Eruption auf der Sonne entsteht eine Wolke elektrisch geladener Teilchen, die über die Erde hinwegfegt. Die positiv geladenen Teilchen der Wolke bringen die Atome in der Erdatmosphäre zum Leuchten. So enstehen spektakuläre Bilder wie etwa am Dienstag in Norwegen.

„Es war ein besonders starker Wind“, weiß Curdt. „Dann sind Nordlichter zum Teil sogar in südlichen Breiten zu beobachten.“ Auch in Katlenburg habe er das Himmelsphänomen schon gesehen. Möglich seien Nordlichter auch am Dienstag gewesen – allerdings wäre das Naturschauspiel in Südniedersachsen wegen des trüben Wetters ohnehin nicht zu sehen gewesen.

Für die Menschen ist ein Sonnensturm in der Regel nicht gefährlich. In der Nähe der Pole können die geladenen Teilchen allerdings die Navigationssysteme von Flugzeugen stören. Der aktuelle Sonnenwind hat aber keine Schäden angerichtet.

Obwohl die Lindauer Forscher mit Hilfe von Sonden die Sonnenoberfläche ständig beobachten, können sie Sonnenstürme in der Regel nicht vorhersagen. Diesmal war das anders. „In der vergangenen Woche gab es schon mal größere Aktivitäten auf der Sonne“, sagt Curdt. „Da war die Wahrscheinlichkeit groß, dass noch was kommt.“

Die Chancen stehen gut, dass in diesem Jahr noch häufiger Nordlichter den Himmel erleuchten. „Alle elf Jahre wechseln bei der Sonne die Pole“, erklärt Curdt. „In dieser Zeit ist die Sonne besonders aktiv.“ Das laufende Jahr verspricht damit noch einige Sonnenstürme. Es kann sich also lohnen, den Himmel im Auge zu behalten. (vsz)

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