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Hitze birgt Gefahren für Bau-Beschäftigte im Kreis Northeim

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Von: Axel Gödecke

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IG-Bau-Bezirksvorsitzender Northeim
Regelmäßiges Trinken ist für Menschen, die unter freiem Himmel arbeiten, in den heißen Sommer-Monaten 2022 besonders wichtig, so die IG Bau. © Foto: Tobias Seifert / IG Bau

Northeim – Menschen, die unter freiem Himmel arbeiten, haben ein besonders hohes Risiko, durch Sonne und Hitze im Job krank zu werden. Darauf macht die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) Niedersachsen-Süd mit Sitz an der Northeimer Teichstraße aufmerksam.

Sie appelliert an alle Beschäftigte, sich zu schützen. „Die hohe UV-Einstrahlung kann zu dauerhaften Schäden auf der Haut bis hin zu Krebs führen“, sagt IG-Bau-Bezirksvorsitzender Harald Engelhardt. In der Bau- und Agrarwirtschaft müssten Draußen-Jobber besonders aufpassen. Beide Branchen beschäftigen nach Angaben der Arbeitsagentur allein im Landkreis Northeim derzeit rund 3600 Menschen.

Harald Engelhardt
Harald Engelhardt, IG-Bau-Bezirksvorsitzender Northeim © IG Bau

Die Gewerkschaft rät zu einer Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50. Regelmäßiges Wassertrinken sei ein Muss, so Engelhardt. Denn die Zahl der Hitzetage habe durch den Klimawandel in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

Zwischen 12 und 14 Uhr sollte der Großteil der Arbeiten in den Schatten verlegt werden. Wichtig sei zudem, möglichst viele Körperteile mit Kleidung zu bedecken. „Ein am Helm fixierter Nackenschutz ist eine Kleinigkeit, die aber viel bringt“, so Engelhardt. Der Vorsitzende der IG Bau Niedersachsen-Süd verweist auf den weißen Hautkrebs, der seit 2015 eine anerkannte Berufskrankheit sei.

„Ständige UV-Einstrahlung schädigt die Haut, schon lange bevor sich ein Sonnenbrand bemerkbar macht. Arbeiten mit freiem Oberkörper ist nicht sexy, sondern brandgefährlich“, betont Engelhardt. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft habe 2021 bundesweit 2600 Verdachtsanzeigen für weißen Hautkrebs verzeichnet. Auch die Arbeitgeber seien in der Pflicht, ihre Mitarbeiter vor Hitzeeinflüssen zu schützen.

Ulrich Schonlau, Obermeister Baugewerken-Innung Northeim-Einbeck
Ulrich Schonlau Obermeister Baugewerken-Innung Northeim-Einbeck © Hubert Jelinek

Dieser Verpflichtung kämen die Firmen auch nach, sagt Maurermeister Ulrich Schonlau (Hardegsen), Obermeister der Baugewerken-Innung Northeim-Einbeck. Gestellt würden zum Beispiel vom Betrieb unbegrenzt Mineralwasser auf den Baustellen sowie ein „Sommerset“ mit Kühltasche, Sonnencreme und Mütze.

Zudem habe jeder eine persönliche Schutzausrüstung unter anderem mit Nackenleder. Jeder müsse allerdings selbst entscheiden, ob er die Sachen nutzt, von den Firmen werde es dringend angeraten. Im Falle der Firma Schonlau würden den Mitarbeitern zudem einmal jährlich Hautkrebs-Vorsorge-Untersuchungen angeboten. (Axel Gödecke)

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