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Kommentar zur Moringer Klinik: Falsches Schweigen

Einem Patienten des Maßregelvollzugszentrum in Moringen (MRVZN) war am Freitag die Flucht gelungen. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten sich nach der Flucht des Mannes gegen eine öffentliche Fahndung entschieden. Ein Kommentar von Olaf Weiss.

Wenn die Polizei in Moringen nach einem geflüchteten Patienten des Maßregelvollzugszentrums fahndet, kann die erhöhte Präsenz der Beamten nicht verborgen bleiben. Deshalb ist es geradezu naiv zu glauben, eine solche Flucht unter dem Deckel halten zu können. Mag es im Einzelfall aus fahndungstechnischen Gründen noch richtig sein, nicht sofort an die Öffentlichkeit zu gehen, ist es geradezu fahrlässig, weiter zu schweigen, nachdem der Flüchtige wieder gefasst ist.

Es ist das erklärte Ziel der Verantwortlichen der Klinik und der Polizei, Panik rund um das MRVZN zu vermeiden. Doch die entsteht auch durch Unkenntnis.

Im eigenen Interesse ist es für das MRVZN wichtig, nach außen so offen wie nur möglich aufzutreten. Die Gerüchte und Verschwörungstheorien, die in Moringen ins Kraut schießen, nachdem die halbe Stadt verstärkte Polizeipräsenz wahrgenommen hat, aber nichts über die Gründe dafür erfährt, sind ungleich schlimmer für die Klinik als das Bekenntnis, dass es jemand geschafft hat, von dort zu entwischen.

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Rubriklistenbild: © HNA

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