Ziel ist Tüv-Plakette bis zur Rente

Hobby-Schrauber in Hollenstedt hat ein Langzeitprojekt: Die Restaurierung eines 84 Jahre alten DKW F5

+
So soll er in zehn Jahren wieder aussehen: Bis 1965 war der Oldtimer angemeldet. Zuletzt war er in Kassel unterwegs.

Hollenstedt – Wenn alles so läuft, wie sich das Frank Weiß vorgenommen hat, wird er in zehn Jahren mit seinem fertig restaurierten DKW F5 in den Ruhestand fahren.

Bis dahin wird er aber noch viele Stunden in seiner Scheune verbringen, um das 84 Jahre alte Gefährt, das 1965 zum letzten Mal angemeldet war, wieder fahrtüchtig zu machen.

Als ausgebildeter Kfz-Mechaniker weiß der 57-Jährige, der bei der Firma Thimm in Northeim als Ausbilder für Packmitteltechniker tätig ist, auf was er sich eingelassen hat, zumal der DKW nicht der erste Oldtimer ist, den er restauriert. Einen Volvo P 201 Duett, Baujahr 1967, und einen Volvo PV 544, Baujahr 1965, hat er bereits zum Leben erweckt.

Neue Teile von der Hobelbank: Frank Weiß baut die Holzkarosserie aus selbst angefertigten Teilen neu zusammen.

Als der Wagen anlässlich der jüngsten Oldtimerrallye des PS-Speichers in Einbeck zum Kauf angeboten wurde, war es um Weiß geschehen – auch wenn die Türen klemmten, die Karosserie schief war und er in den Kofferraum fassen konnte, ohne die Klappe zu öffnen. „Ich habe mich sofort verliebt“, sagt er schmunzelnd. „Und mir war klar, dass das eine ganz neue Herausforderung für mich werden würde, weil das Auto zum größten Teil aus Holz besteht, und das ist nicht gerade das Material, mit dem ich mich gut auskenne.“

So soll er in zehn Jahren wieder aussehen: Bis 1965 war der Oldtimer angemeldet. Zuletzt war er in Kassel unterwegs.

Als Weiß die Kunstlederbespannung entfernt hatte (lediglich die Kotflügel sind aus Blech), war ihm sofort klar, dass er die alte Holzkarosserie nicht nur flicken, sondern komplett ersetzen musste, und inzwischen hat er schon viele marode Stücke durch selbst angefertigte Ersatzteile aus Holz ersetzt. „Aus der alten Karosserie habe ich 1,2 Kilogramm Schrauben und Nägel herausgeholt, die den Wagen noch zusammengehalten haben.“

Reizvoll an seinem Hobby sei nicht nur das Schrauben, sondern auch die archäologische Arbeit, die mit einer Restaurierung verbunden sei, sagt Weiß.

Leckerbissen für Schrauber: Das Original-Typenschild aus dem Jahr 1935.

Sein kostbarstes Fundstück sei das Original-Typenschild, das bei so einem alten Auto in Schrauberkreisen als Leckerbissen gelte. Und auch das genaue „Geburtsdatum“ und den „Geburtsort“ seines Oldtimers kennt Weiß inzwischen: 22. März 1935 in Chemnitz.

Außerdem hat er herausgefunden, dass das Auto bis 1965 in Kassel gefahren wurde und anschließend nie wieder eine TÜV-Plakette bekommen hat. Das soll sich aber demnächst ändern – spätestens in zehn Jahren.

„Ich weiß, dass der Spruch ziemlich abgedroschen ist, aber für mich ist der Weg das Ziel“, so Weiß.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.