Ski-Rennläuferin sucht einen neuen Guide

Luisa Grube hofft auf Ticket für Paralympics

Luisa Grube bei einer Trainingsfahrt mit ihrem bisherigen Guide Lucia Rispler.
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Luisa Grube bei einer Trainingsfahrt mit ihrem bisherigen Guide Lucia Rispler.

Auch von Rückschlägen lässt sich die stark sehbeeinträchtigte Ski-Rennläuferin Luisa Grube (20) aus Nörten-Hardenberg nicht unterkriegen: Sie will sich auf jeden Fall für die 13. Winterparalympics vom 4. bis 13. März 2022 in China qualifizieren.

Nörten-Hardenberg – „Leider hat mein Guide Lucia Rispler jetzt weitgehend aufgehört, weil sie sich auf ihr Studium konzentriert“, erzählt die 20-Jährige. Die Slalom und Riesenslalom fahrende junge Sportlerin hofft, dass sie Ersatz in einem Pool von Guides findet. Das sagte sie jetzt bei einem Termin mit ihren beiden Hauptunterstützern in Northeim.

Das sind die Sportstiftung der Kreis-Sparkasse (KSN) Northeim und die Rhumepark Entertainment KG aus Lindau. Doch eine Lösung müsse möglichst schnell gefunden werden, denn bei den jetzt anstehenden Qualifikationsrennen bis zur WM im Januar werde darüber entschieden, wer von den Skialpinfahrern ein Ticket für die Winter-Paralympics in der chinesischen Hauptstadt Peking lösen darf.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist Luisa Grube extra nach Innsbruck gezogen. Dort findet sie optimale Vorbereitungsmöglichkeiten. Als gesetzt gilt bislang nur Noemi Ristau, doch wer den zweiten Platz im Flieger Richtung China bekommt, ist offen.

Aber jetzt muss Luisa Grube erst einmal das Problem des neuen Guides lösen. Bei einem Lehrgang kürzlich im schweizerischen Saas-Fee übernahm diese Rolle aushilfsweise der Vize-WM-Sieger im Slalom von 2015, Fritz Dopfer, der bis 2007 für Österreich und bis zu seinem Karriereende im vergangenen Jahr für Deutschland gestartet ist.

Luisa Grube (Mitte) möchte bei den Winterparalympics 2022 in Peking starten. Unterstützt wird sie dabei von ihren Eltern, Claudia und Marko Grube (links und rechts neben ihr) sowie der KSN-Sportstiftung mit Vorstand Bernd Sommer (ganz links) und der Lindauer Rhumepark Entertainment mit Alisa Leinemann (ganz rechts).

„Ich habe von Fritz so viel gelernt. Das hat mich richtig motiviert“, schwärmte das Nörten-Hardenberger Talent jetzt beim Termin in der KSN in Northeim. Und so ganz nebenbei erzählte sie, dass sie in Saas-Fee auch eine Begegnung mit dem Slalom-Superstar Mikaela Shiffrin aus den USA gehabt hat, was ihr einen weiteren Motivationsschub verpasst habe.

Doch Skistar Dopfer als Dauerguide ist laut Luisa Grube ein nicht zu erfüllender Traum. Die Suche, bei der sie vom Ski-Verband unterstützt werde, sei schwierig, denn so viele Skirennfahrer, die auf ihrem hohen Niveau vorausfahren und ihr über das Headset im Helm die richtigen Anweisungen geben können, gebe es nach ihren Worten nicht. Trotz ihrer Sehbehinderung kann die Sportlerin immerhin schon mal Geschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern erreichen. Auch die Technik sei sehr anspruchsvoll.

Jetzt setze sie ihre Hoffnung unter anderem in Absolventen der Ski-Internate sowie eine Pool-Lösung mit drei verschiedenen Guides, um das zeitaufwändige Training und die ebenfalls anstehenden Rennen bestreiten zu können. Luisa Grube: „Ich muss mich 100-prozentig auf meinen Guide verlassen können.“ Leider habe ihre Sehkraft unterdessen weiter nachgelassen. Zunächst startete die 20-Jährige in der Klasse B3 mit einer Sehfähigkeit von fünf bis zehn Prozent, jetzt gehört sie der Klasse B2 an mit unter fünf Prozent Sehfähigkeit. Wenn Luisa Grube gerade mal nicht Ski fährt, trainiert oder Kraft tankt, studiert sie in Innsbruck Erziehungswissenschaften. (Hans-Peter Niesen)

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