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Holzmarkt-Preise explodieren auch im Kreis Northeim

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Von: Axel Gödecke

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Gespaltenes Holz
Die Preise für Brennhzolz sind enorm gestiegen. © Christin Klose/dpa-tmn

Brennholz als Gas-Alternative? Das lässt die Preise explodieren.

Landkreis Northeim – Die Hiobsbotschaft, dass es mit Beginn der kalten Jahreszeit aufgrund des Ukrainekriegs und seiner Folgen zu Engpässen in der Gasversorgung kommen könnte, hat die Preise für Brennholz in den vergangenen Wochen nach oben schnellen lassen.

„Der Holzmarkt spielt verrückt“, sagt Chris Steckel, der in Gladebeck einen Brennholzhandel betreibt. Er muss für einen Schüttraummeter – das ist ofenfertig geschnittenes und gelagertes Hartholz – nicht gestapelt, sondern geschüttet (und damit weniger als ein Raummeter) – mittlerweile 90 Euro berechnen. Noch vor einem Jahr lag der Preis bei 50 bis 60 Euro.

Chris Steckel
Chris Steckel, Brennholz-Händler, Gladebeck © Niko Mönkemeyer

Momentan nimmt der Händler aus Beschaffungs- und Urlaubsgründen auch gar keine Bestellungen mehr an. „Erst im August wird das wieder möglich sein.“ Steckel berichtet davon, dass Kunden sich auch schon Nadelholz haben liefern lassen, weil Buche oder Esche nicht schnell zu bekommen war.

„Die Leute lassen sich regelrecht verrückt machen“, fährt der Gladebecker fort. Viele Hamsterkäufe seien zu verzeichnen. In Ballungsräumen seien die Leute bereit, sogar noch viel mehr zu zahlen. Steckel spricht von einer Holzpreisblase, die schnell platzen könne, zumal es Holz immer geben werde. Er rechne zudem auch nicht damit, dass Haushalten das Gas abgedreht werde.

Auch Michael Rudolph, Sprecher der Landesforsten Südniedersachsen berichtet von Hamsterkäufen. Das zeige sich auch im Selbstwerber-Brennholzverkauf. Das Angebot der Landesforsten werde wohl nicht ausreichen, um die Nachfrage zu bedienen. Der Boom führe bereits dazu, dass es massive Engpässe bei Holzöfen gebe und bei Firmen, die diese einbauen.

Jonas Fürchtenicht, Leiter des Forstamts Moringen und zuständig auch für den Stadtforst Northeim und 15 Genossenschaftsforsten, hat die Preise für Selbstwerber- und Selbstabholerholz in seinen Waldbereichen zwar gegenüber dem Vorjahr konstant halten können. „Wenn wir im September mit der neuen Holzernte starten, wird es aber deutlich teurer, besonders beim bereits gespaltenen Holz in Meterstücken.“

Selbstwerberholz am günstigsten

Die günstigste Variante, an Brennholz zu kommen, ist das Selbstwerben (Motorsägenschein) oder Selbstabholen. Das Forstamt Moringen nimmt für Kronenholz 20 Euro/Raummeter. Selbst zu sägendes 5-Meter-Industrieholz vom Wegrand kostet 52,50 Euro/Raummeter und Selbstabholholz (gespaltene Meterstücke) 70 Euro. Der Preis für ofenfertiges Schüttholz beim Händler startet bei 90 Euro (Schüttholzmeter), der Raummeter Kaminholz im Baumarkt liegt sogar bei 220 Euro. (Axel Gödecke)

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