Die Preisträger bieten Homeoffice, Stillpausen und Kinderbetreuungszuschüsse

Landkreis Northeim zeichnet drei familienfreundliche Unternehmen aus

Hat familienfreundliche Unternehmen ausgezeichnet: Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (von links) mit Eva Kreiker (KWS Saat), Mark Berke (Kassebeer) und Anja Ahrens (Cortnum).
+
Hat familienfreundliche Unternehmen ausgezeichnet: Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (von links) mit Eva Kreiker (KWS Saat), Mark Berke (Kassebeer) und Anja Ahrens (Cortnum).

Als familienfreundliche Unternehmen hat der Landkreis Northeim den Northeimer Büroausstatter Kassebeer, das Einbecker Saatzuchtunternehmen KWS und das Salzderheldener Ingenieurbüro Mathias Cortnum ausgezeichnet. Der Wettbewerb fand nach 2017 und 2019 zum dritten Mal statt.

Levershausen – Flexible Arbeitszeiten, Notebooks, um auch kurzfristig von zuhause arbeiten zu können, und Dienstbesprechungen grundsätzlich nur vormittags, wenn die Kinder von Mitarbeitenden im Homeoffice in der Kita oder der Schule sind, bietet Kassebeer seinen 38 Beschäftigten. Das hob Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) in ihrer Laudatio beim Unternehmerfrühstück im Golfrestaurant Levershausen hervor. Das Unternehmen bevorzuge zudem Alleinerziehende bei der Urlaubsplanung, gewähre Vätern Elternzeit und ermögliche einem Drittel der Beschäftigten Teilzeit.

„Eine Halbierung der Arbeitszeit für zwei Jahre gewährt die KWS Saat Mitarbeitenden, die Angehörige zuhause pflegen müssen“, betonte Hans-Joachim Nüsse, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Northeim-Einbeck bei der Preisverleihung. Die Beschäftigten bekommen in dieser Zeit 75 Prozent ihres Gehalts.

Die Einbecker gewähren laut Nüsse zudem Zuschüsse bei der Kinderbetreuung und haben ein Programm zur Wiedereingliederung von Mitarbeitern, die aus der Elternzeit kommen. Der Landkreis hat KWS bereits 2017 für ihre Familienfreundlichkeit ausgezeichnet.

Als kleinste Firma erhielt das Büro Cortnum den Preis. Der Chef beschäftige neun Frauen, und „es gibt Stillpausen“, zeigte sich Katja Taranczewski vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung beeindruckt. Die Arbeitszeiten ließen sich kurzfristig flexibel gestalten, auch Sabbaticals seien möglich.

Die Jury ermittelte die drei Preisträger unter elf Wettbewerbsteilnehmern. Aus Northeim waren ContiTech Transportbandsysteme, DeDeNet, ein Anbieter mobiler IT-Lösungen für den Mittelstand, das Huk-Coburg Versicherungsbüro Stephan Bruchwalski, das Sanitätshaus Deppe sowie die Stadtverwaltung dabei. Aus Dassel beteiligten sich Biocare, ein Spezialist für biologischen Pflanzenschutz, sowie der Papierhersteller Hahnemühle FineArt. Beworben hatte sich zudem die Nörten-Hardenberger Zahnarztpraxis Rossow & Kollegen.

Zur Jury gehörten außer den drei Laudatoren auch Dr. Martin Rudoph, der die Geschäftsstelle Göttingen der Industrie- und Handelskammer leitet, Yasemin Niwar, Gleichstellungsbeauftragte des Fleckens Nörten-Hardenberg, sowie Bernd Siegmüller von der Steuerkanzlei Schirmer und Siegmüller.

Familienfreundliche Unternehmen seien gut auf die Pandemie vorbereitet gewesen, weil sie bereits Erfahrungen mit flexiblen Arbeitszeiten und Homeoffice gemacht hätten, betonte Thomas Meier vom Berliner Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“ in einem Impulsreferat. (Michael Caspar)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.