Gemeinde sucht Nachnutzer

Käufer oder Pächter für das Hotel auf dem Katlenburger Burgberg gesucht

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Werben für eine Nachnutzung: Bürgermeister Uwe Ahrens (von links), zweiter stellvertr. Bürgermeister Frank Sander (SPD), Evelin Martyncewicz (FWG), SPD-Fraktionsvorsitzender Uwe Lebensieg und CDU-Faktionschef Eckhard Steinmetz mit dem Exposé. 

Katlenburg. Die Gemeinde Katlenburg-Lindau sucht einen Nachnutzer für den seit einem Jahr leer stehende Hotelkomplex Katlenburg auf dem Burgberg. 

Sechs teils durchsanierte, historische Gebäude mit Außenterrasse und fantastischer Aussicht übers Rhumetal einschließlich 6,5 Hektar Außengelände, was sechs Fußballfeldern entspricht: Das alles ist im Paket ab sofort zu haben, denn die Gemeinde Katlenburg-Lindau sucht einen neuen Betreiber für die Katlenburg, entweder als Pächter oder als Käufer.

Vorausgegangen war eine lange gerichtliche Auseinandersetzung zwischen der Gemeinde als Eigentümerin und dem ehemaligen Pächter. Jetzt hat das Oberlandesgericht Braunschweig mit einem Urteil pro Gemeinde einen Schlussstrich gezogen, sodass Rat und Verwaltung offensiv in die Vermarktung gehen.

Leerstand nach einem Rechtsstreit

Ex-Betreiber, Hotelier Torsten Runge, war nach einer gemeindlich angedrohten Zwangsräumung bereits Anfang September 2017 aus dem Objekt ausgezogen. Trotzdem lief seine Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil des Landgerichts Göttingen, das die Kündigung der Gemeinde wegen eines zerrütteten Vertrauensverhältnisses rechtlich in Ordnung befand, weiter.

Hintergrund für den Rechtsstreit war vor allem, dass der Ex-Betreiber keine Pacht zahlen wollte. Die Gemeinde wollte nach einer fast pachtfreien Anlaufphase von mehreren Jahren, endlich einmal etwas Geld sehen und hatte nach Erstellung eines Gutachtens eine Pacht von 30.000 Euro pro Jahr verlangt.

Nachhaltige, sinnvolle und seriöse Nutzung gewünscht

„Jetzt ist alles ausgestanden und wir können in die Vermarktung gehen“, sagte Bürgermeister Uwe Ahrens bei einem Treffen mit den Spitzen der Ratsfraktionen auf dem Burggelände, bei dem auch ein Exposé für das Areal, in dem die Vorzüge der Gebäude und des Geländes angepriesen werden, vorgestellt wurde.

„Wichtig ist uns eine nachhaltige, sinnvolle und seriöse Nutzung“, fuhr der Bürgermeister fort. Vorzugsweise wünsche man sich wieder eine Nutzung in Richtung Hotellerie oder Gastronomie. Aber auch andere Folgenutzungen seien denkbar.

Bei Stadtsanierung in das Burgbergareal investiert

Falls es zum Verkauf kommen sollte, wäre es schön, wenn mindestens die Summe dabei herauskommen würde, die die Gemeinde als Eigenanteil bei den Investitionen im Rahmen der seit 2008 laufenden Stadtsanierung in das Objekt hineingesteckt habe.

In den vergangenen neun Jahren seien über die Stadtsanierung 1,3 Millionen Euro in das Burgbergareal gesteckt worden. Ein Drittel habe die Gemeinde tragen müssen.

Als erste Vermarktungsmaßnahme werde die Gemeinde das Burg-Gelände samt Gebäuden (außer die kircheneigene Burgbergkirche und die Zehntscheune) im Fachmagazin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) inserieren. Weitere Bemühungen sollen folgen. Interessenten könnten sich auch direkt bei der Gemeindeverwaltung melden.

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