Michalek will Bürgermeisterin aller Einbecker sein – Minkner enttäuscht über Ergebnis

„Ich setze auf Vernunft“

Bereits fürs Amt: Dr. Sabine Michalek – hier vor dem historischen Einbecker Rathaus – zieht bald als erste Bürgermeisterin ins neue Rathaus der Bierstadt ein. Fotos: Weiss, Archiv

Einbeck. Dr. Sabine Michalek freut sich auf ihren neuen Job: Am Donnerstag wird der Gemeindewahlausschuss von Einbeck das Ergebnis der Bürgermeisterwahl offiziell feststellen. Wenn Michalek die Wahl annimmt, wird sie als erste Frau überhaupt Bürgermeisterin von Einbeck werden und frühestens am Freitag ihr Amt antreten.

„Langsam sickert es durch“, gibt die 45-Jährige lachend zu. Michalek ließ Amtsinhaber Ulrich Minkner (SPD) mit gut 2000 Stimmen Vorsprung hinter sich. 55,82 Prozent aller Wähler sprachen ihr das Vertrauen aus, 44,18 Prozent wählten Minkner. „Eines ist mir ganz wichtig“, betont Michalek: „Ich werde Bürgermeisterin aller Einbecker sein.“ Im Stadtrat, wo die SPD die Mehrheit errang, will sie sich nicht in politische Grabenkämpfe verwickeln lassen, sondern sachorientiert arbeiten, kündigt Michalek an. Sie war im Wahlkampf von CDU, FDP und GfE unterstützt worden. Die neue Bürgermeisterin hofft, dass die gute Zusammenarbeit der Parteien im Rat anhält. „Da setze ich auf die Vernunft der Beteiligten.“

Kreiensen lehnt Minkner ab

Der scheidende Bürgermeister Ulrich Minker ist dagegen am Tag nach der Wahl immer noch erschüttert. „Natürlich muss man in einer Demokratie damit rechnen, dass man eine Wahl verliert“, sagt er. „Aber ein so deutliches Ergebnis habe ich nicht erwartet.“ In der Vergangenheit sei die Bürgermeisterwahl stets sehr knapp entschieden worden. Einen Grund für die herbe Niederlage kann Minkner nicht nennen. Ihn wurmt es besonders, dass er in der ehemaligen Gemeinde Kreiensen kein einziges Wahllokal gewinnen konnte, sondern besonders deutlich verlor. Dort kam er durchschnittlich auf 36,82 Prozent, seine Kontrahentin auf 63,18 Prozent.

War es Kritik an der Fusion? „Ich weiß es wirklich nicht“, sagt Minkner. Im Vorfeld habe er jedoch den Eindruck gehabt, dass die Kreienser der Fusion positiv gegenüberstehen.

„Das Wahlergebnis kam für mich völlig überraschend.“

Ulrich Minkner

Sabine Michalek sieht im Kreienser Wahlergebnis keine Strafe für die Fusion. Sie erklärt ihren Erfolg bei den Neu-Einbeckern mit ihrem sehr persönlichen Wahlkampf. „Ich habe alle Orte besucht und mir viel Zeit für die Bürger genommen“, sagt Michalek. In den unzähligen Gesprächen habe sie viel über die Sorgen und Probleme der Kreienser erfahren.

Übergabe der Amtsgeschäfte

Michalek will bereits vor Donnerstag im Einbecker Rathaus vorbeischauen. „Ich hoffe auf eine ausführliche Übergabe durch Herrn Minkner, damit ich erfahre, was zuerst ansteht.“

Der Angesprochene sortiert derweil im Rathaus schon die Unterlagen und bereitet die Amtsübergabe vor, Donnerstag ist sein letzter Arbeitstag. Der Wahlabend war für Mink-ner bereits früh gelaufen. „Als gegen 19.15 Uhr die ersten 15 Wahllokale ausgezählt waren, war mir klar, dass es nicht reichen würde“, gibt er offen zu. Trotzdem ging er zur SPD-Wahlfete.

Von Friederike Steensen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.