Neue Studie

Mehr Problemfälle: Schülergewalt gegen Lehrer gibt es auch im Kreis Northeim

Northeim. Sechs von 100 Lehrern sind schon mindestens einmal körperlich von Schülern angegriffen worden.

Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Forsa-Umfrage, die der Lehrerverband Bildung und Erziehung (VBE) in Auftrag gegeben hat. Damit sind bundesweit mehr als 45.000 Lehrer an den allgemeinbildenden Schulen zum Opfer von Schülergewalt geworden. Das Bewerfen mit Gegenständen gehört ebenso dazu wie Fausthiebe, Tritte und das an den Haaren ziehen. Bezogen auf die Grundschullehrer wurden bereits zwölf Prozent der Lehrkräfte Opfer von körperlicher Gewalt durch junge Schüler. Der VBE-Bundesvorsitzende Udo Beckmann nennt dies „eine verstörende Entwicklung“.

23 Prozent der befragten Lehrer seien zudem bereits Ziel von Diffamierungen, Belästigungen und Drohungen gewesen, heißt es in der Studie weiter. 2000 Lehrer wurden dazu im September und Oktober in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern befragt. Nach Einschätzung von Henning Alter, Sprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft im Kreis Northeim, treffen diese Zahlen auch auf die Region zu.

Nicht nur der mangelnde Respekt vor den Lehrkräften habe laut Alter zugenommen, sondern auch die Belastung durch problematische Schüler. Laut einer durch die GEW und Universität Göttingen erstellte Studie stehen „schwierige Schülerinnen und Schüler“ an Platz zwei der besonders belastenden Aufgaben im Lehreralltag. Auf dem dritten Platz folge die Erziehungsarbeit, die Eltern von den Schulen und Lehrern als selbstverständlich ansehen. 67 Prozent der Befragten sehen außerdem Konflikte mit Schülern oder Eltern als Problem an.

Laut GEW-Bundesverband sei Gewalt aber kein generelles Problem an allen Schulen, sondern trete immer wieder in konzentrierter Form auf. Vergleichszahlen habe man nicht, da jetzt erstmals Zahlen erhoben wurden.

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