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Immobilienpreise im Kreis Northeim legen zu

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Von: Axel Gödecke

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Das Foto zeigt einen Neubaukomplex mit 20 Eigentumswohnungen in der Northeimer Südstadt an der Sudheimer Straße.
Auch gefragt: Eigentumswohnungen. Hier entstehen 20 Eigentumswohnungen an der Sudheimer Straße in der Northeimer Südstadt. © Axel Gödecke

Die Immobilienpreise im Kreis Northeim sind erneut gestiegen, bei Ein- und Zweifamilienhäusern um 6 und bei Eigentumswohnungen um 8 Prozent.

Landkreis Northeim - Das geht aus dem Grundstücksmarktbericht 2021 des Gutachterausschusses Northeim hervor, ausgewertet aus den Kaufverträgen.

Im Hausbereich liegt Northeim beim Preisanstieg auf gleichem Niveau wie der Altkreis Göttingen und der Kreis Holzminden. Im Altkreis Osterode stiegen die Preise um neun, im Landkreis Goslar sogar bei 12 Prozent.

Bei Eigentumswohnungen liegt der Kreis Northeim mit einer achtprozentigen Preissteigerung über denen der Nachbarn: In der Stadt Göttingen liegt der Anstieg nur bei fünf, im Kreis Göttingen bei sechs und im Kreis Holzminden nur bei vier Prozent.

Der mittlere Kaufpreis für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser über alle Baujahre im Kreis Northeim lag 2021 laut Frank Sander von der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses Northeim bei 144 000 Euro und damit um 4000 Euro höher als im Vorjahr.

Frank Sander
Frank Sander, Geschäftsstelle Gutachterausschuss Northeim © Axel Janßen

Damit liege Northeim aber im kreisweiten Landesvergleich trotzdem an zweitunterster Stelle. Spitzenreiter sind die Städte Hannover und Göttingen mit 620 000 und 500 000 Euro. Große Preisunterschiede für Häuser zeigten sich jedoch in den Gemeinden im Kreis Northeim. Gesuchte Objekte wie Häuser aus dem Baujahr 1980 mit einer Wohnfläche von 160 m² und einem Grundstück von 800 m² sind in Nörten, Northeim und Einbeck im Mittel von 325 000 bis 310 000 Euro zu haben. In Hardegsen kosten sie 285 000, in Uslar, Gandersheim und Moringen aber nur 240 000, in Katlenburg und Kalefeld 230 000, in Dassel 220 000 und in Bodenfelde nur 175 000 Euro.

Auf der Suche nach bezahlbaren Baugrundstücken werde der Suchradius von Bauwilligen immer größer, heißt es im Bericht. Interessenten, die nahe Göttingen kein Baugrundstück fänden, wichen vermehrt in den Kreis Northeim und dabei bevorzugt in Orte im Leinetal aus. Neue Bauflächen seien sehr schnell verkauft.

Bezahlbare Grundstücke: Immer mehr wollen aufs Land

Durch die große Nachfrage nach bezahlbaren Baugrundstücken und einem eigenen Garten, vor allem für junge Familien, gewinne der ländliche Raum auch im Landkreis Northeim zunehmend an Attraktivität, heißt es im neuen Grundstücksmarktbericht des Gutachterausschusses Northeim.

Der Gutachterausschuss habe für 2021 kreisweit deshalb auch einen Preisanstieg von durchschnittlich fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr beim Bauland für Eigenheime ermittelt und die Bodenrichtwerte so angepasst – außer für die Gemeinde Bodenfelde, dort seien sie konstant geblieben.

Das kostet Bauland in den einzelnen Gemeinden

Der Grundstücksmarktbericht 2021 nennt für den Landkreis Northeim folgende Durchschnittswerte je Quadratmeter erschlossenes Bauland: Nörten-Hardenberg 105 Euro (Spitzenwert Lütgenrode mit 155 Euro), Northeim 91 Euro (mit kreisweitem Spitzenwert 172 Euro am südlichen Wieter), Einbeck 74 Euro, Hardegsen 68 Euro, Uslar 58 Euro, Bad Gandersheim 57 Euro, Moringen 56 Euro, Katlenburg-Lindau 46 Euro, Kalefeld 42 Euro, Dassel 34 Euro und Bodenfelde 34 Euro.

Da Neubauflächen auch in den Landgemeinden innerhalb kürzester Zeit schnell verkauft und auch bebaut seien, stünden viele Kommunen kontinuierlich vor der Frage nach Erweiterungen bestehender Baugebiete und der Ausweisung weiterer Flächen. Dadurch entstehe aber auch ein Aufschwung für ältere Baugebiete, die in der Vergangenheit als weniger attraktiv betrachtet worden seien, so Frank Sander von der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses im Katasteramt Northeim.

Kaufwillige griffen deshalb auch vermehrt auf Baulücken in Dorflagen zurück oder wichen auf gebrauchte Immobilien aus. Doch auch hier werde das Angebot mittlerweile knapper.

Run auf Eigentumswohnungen

Schnell vergriffen seien kreisweit auch Eigentumswohnungen, von denen es 2021 in Neubaukomplexen nur relativ wenige auf dem Markt gegeben habe, und die meist nur in den größeren Städten Northeim und Einbeck. Für solche Neubau-Wohnungen lagen die Preise laut Marktbericht im Kreis Northeim bei 3080 Euro pro Quadratmeter (Vorjahr 3010). Zum Vergleich: Landesweit am teuersten sind solche Neubau-Eigentumswohnungen mittlerweile in der Stadt Göttingen mit 4460 Euro und in Hannover gar mit 5600 Euro pro Quadratmeter.

Ältere Eigentumswohnungen ab Baujahr 1991 sind laut Grundstücksmarktbericht im Landkreis Northeim für durchschnittlich 1700 Euro pro Quadratmeter zu haben gewesen (Stadt Göttingen: 3180).

Preisanstieg bei Ackerflächen flacht ab

Einzig auf dem Teilmarkt der landwirtschaftlichen Flächen flache die extreme Entwicklung der vergangenen Jahre langsam ab. Die Preise hätten sich 2021 im Kreis Northeim relativ stabil gehalten mit nur punktuellen Anstiegen. So seien die Bodenrichtwerte für Ackerland in 14 von 19 Bodenrichtwertzonen in Südniedersachsen in einer Größenordnung von 0,05 bis vereinzelt 0,35€/m2 angehoben worden. Im Kreis Northeim war der Quadratmeter Ackerland durchschnittlich für zwischen 2,05 Euro im Raum Uslar und 3,69 Euro im Raum Einbeck zu haben gewesen.

Unverändert geblieben sei die Mehrzahl der Bodenrichtwerte für Grünland. Hier habe es für Südniedersachsen sogar vereinzelt leichte Absenkungen der Bodenrichtwerte gegeben. Im Schnitt betrug der Quadratmeterpreis im Landkreis Northeim ein Euro.

Selbst nachschauen, was das eigene Grundstück wert ist

Wer sich detaillierter über den Grundstücksmarkt informieren möchte, kann seit Kurzem online kostenfrei und interaktiv auf die Grundstücksmarktdaten 2022 zugreifen. Die regionalen Grundstücksmarktberichte wurden auf eine Internet-Visualisierung umgestellt. Dadurch werden die Grundstücksmarktberichte als PDF-Downloads abgelöst. Über die Grenzen der Zuständigkeitsbereiche der örtlichen Gutachterausschüsse hinaus werden die Grundstücksmarktdaten nun mittels sogenannter Dashboards für alle Interessierten zur Verfügung gestellt unter immobilienmarkt.niedersachsen.de.  (Axel Gödecke)

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