Pflegepersonal ist nach anfänglicher Skepsis gut dabei

Landkreis Northeim: Impfbereitschaft in vielen Pflegeheimen hoch

Oberarm Spritze Impfung Corona
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Die Bereitschaft der Mitarbeiter in Alten- und Pflegeheimen im Kreis Northeim, sich gegen das Coronavirus impfen zulassen, ist verhältnismäßig hoch.

Die Bereitschaft der Mitarbeiter von Alten- und Pflegeheimen im Landkreis Northeim, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, ist in den meisten Einrichtungen verhältnismäßig hoch.

Landkreis Northeim - Eine Umfrage in einigen Heimen ergab, dass sich rund 75 Prozent der Beschäftigten impfen lassen wollen – oder sogar schon geimpft wurden, wie zum Beispiel in der Northeimer Seniorenresidenz Stiemerling.

Einrichtungsleiter Heinz Ameely-Geffers sagte auf HNA-Anfrage, dass rund 70 Prozent der Mitarbeiter eine erste Impfung erhalten haben. Von den Bewohnern wurden über 90 Prozent geimpft. „Wir hoffen, dass es noch Folgetermine für unsere Mitarbeiter geben wird“, so Ammely-Geffers.

Bei einer ersten Umfrage unter den Beschäftigten, als das Thema Corona-Impfung aufkam, hätten nur 30 Prozent gesagt, dass sie sich impfen lassen wollen. Darum freue er sich über die jetzt doch hohe Impfbereitschaft im Haus.

So geht es auch Martina Baars, Leiterin der Seniorenwohnanlage Paschenburg in Hardegsen: Zwei Drittel der Belegschaft wollen sich dort impfen lassen, bei den Bewohnern sind es rund 90 Prozent. Bislang gebe es aber noch keinen Impftermin.

Diejenigen, die sich in der Hardegser Einrichtung nicht impfen lassen wollen, nennen fehlende Langzeitstudien und Erfahrungen zu Nebenwirkungen und Langzeitfolgen des Impfstoffs als Gründe. Andere könnten sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen.

Eine hohe Impfquote wünscht sich auch Robert Wehr, Leiter des Alten- und Pflegeheims der Inneren Mission in Northeim: In seinem Haus liege die Bereitschaft bei den Mitarbeitern aktuell bei unter 50 Prozent.

Ihm bereite es Sorgen, dass die Impfbereitschaft in der Pflege im ganzen Land generell nicht besonders hoch sei. „Im Interesse unseres Hauses wollen wir versuchen, durch Beratung und Informationen die Impfquote zu erhöhen“, so Wehr.

Beschäftigten der Northeimer Helios-Klinik werden die ersten Impfdosen voraussichtlich nächste Woche im Northeimer Impfzentrum verabreicht. Das sagte der Ärztliche Direktor der Klinik, Dr. Jens Kuhlgatz.

Die Corona-Impfverordnung sehe vor, dass zuerst besonders gefährdete Mitarbeiter geimpft werden. Dazu gehörten Beschäftigte der Covid-Stationen, Intensivstationen und Notaufnahmen sowie Mitarbeiter, die Kontakt mit besonders gefährdeten Patienten haben.

Eine unternehmensweite Erhebung habe bei den Beschäftigten eine Impfbereitschaft von 60 bis 80 Prozent ergeben, ähnlich sehe es auch in der Northeimer Klinik aus. „Wir gehen aber davon aus, dass sich die Impfbereitschaft über die Zeit noch erhöhen wird, wenn erste Erfahrungen mit dem Impfstoff vorliegen und Aufklärungsmaterial und Informationen greifen“, so Kuhlgatz.

Es werde weder Druck auf Mitarbeiter ausgeübt, noch würden Anreize für die Impfung geschaffen. Man setze vielmehr darauf, die Mitarbeiter umfangreich und transparent aufzuklären und ihnen so mögliche Bedenken zu nehmen.

Laut Northeimer Kreisverwaltung finden seit dem 5. Januar Impfungen in den Alten- und Pflegeheimen durch Mobile Impfteams statt. Geimpft werde momentan ausschließlich mit dem Impfstoff der Firma Biontech und Pfizer, da andere Impfstoffe aktuell nicht zur Verfügung stünden.

Die erste Impfstoffcharge sei jetzt im Landkreis Northeim verimpft worden. „Anfang nächster Woche erwarten wir die nächste Lieferung“, betont Frank Beckmann, Leiter des Impfzentrums in der Northeimer Stadthalle. Aktuell gehe man davon aus, dass in der letzten Januarwoche den ersten Geimpften die zweite Impfdosis verabreicht wird.

In der kommenden Woche sollen Alten- und Pflegeheime im Gebiet der Stadt Uslar von den mobilen Impfteams angesteuert werden, so die Kreisverwaltung weiter.

Und: Zwischenzeitlich liege die Genehmigung dafür vor, anstelle von 5 nunmehr 6 Einzeldosen aus einer Mehrfachdose zu entnehmen. Theoretisch könnten mit dieser Lieferung dann 1170 Personen aus jeder Charge geimpft werden. (kat)

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