Ab Mittwoch wird in Arztpraxen im Landkreis Northeim geimpft

Ärzte betonen: Impftermine gibt es nicht per Telefon

Ältere Frau erhält eine Corona-Impfung in den Oberarm.
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Ein kleiner Piks: Für den vollen Impfschutz gegen Corona ist diese Prozedur zwei Mal notwendig. (Symbolbild)

Landkreis Northeim – Am Mittwoch starten auch in Arztpraxen in ganz Niedersachsen die Schutzimpfungen gegen das Coronavirus. Zu den Medizinern, die in den Praxen im Landkreis Northeim die Schutzimpfungen verabreichen, gehört Dr. Matthias Löber, Facharzt für Innere Medizin in der Praxisgemeinschaft „Vor dem Tore“ in Hardegsen.

Er rechnet damit, dass pro Arzt in den teilnehmenden Praxen 20 bis 30 Impfdosen pro Woche zur Verfügung gestellt werden. Ganz wichtig: „Angesichts der im Moment nur geringen Impfmengen, die uns zur Verfügung stehen, kontaktieren wir zunächst von uns aus die Patienten, die als erstes für eine Corona-Impfung infrage kommen. Es ist im Moment nicht sinnvoll, dass alle Patienten, die eine Impfung erhalten möchten, in den Arztpraxen anrufen, weil das die Leitungen blockieren würde“, so Löber.

Dr. Matthias Löber

Zudem seien die Kriterien, nach denen geimpft wird, eindeutig festgelegt: Zur Gruppe mit der höchsten Priorität zählen demnach alle Menschen ab 80 Jahren sowie Bewohner von Pflegeheimen. Löber: „Wir haben im Vorfeld telefonisch Kontakt aufgenommen und erfahren, dass in dieser Gruppe viele Menschen noch nicht geimpft sind. Wir hoffen, dass wir alle Patienten in den nächsten zwei bis drei Wochen wenigstens einmal geimpft haben werden. Wenn sie es denn wünschen“.

Danach komme die Gruppe mit hoher Priorität an die Reihe, dazu gehörten Menschen über 70 Jahre sowie mit schwerwiegenden Erkrankungen wie aktiven Krebserkrankungen oder nach einer Organtransplantation. „Diese Gruppe ist groß. Die Impfung all dieser Personen wird darum viele Wochen in Anspruch nehmen“, sagt Löber. Daher hofft er, dass die Praxen im Mai größere Mengen Impfdosen bekommen.

Grundsätzlich freue er sich aber sehr, dass die Coronaimpfung endlich in den Praxen starte. So sei es für viele insbesondere ältere und immobile Patienten einfacher, an die Impfung heranzukommen. Löber: „Wir Hausärzte könne so unseren Beitrag zur wirksamen Bekämpfung der Pandemie leisten“. 

Einen großen organisatorischen Mehraufwand durch das Impfen in den Arztpraxen befürchtet Löber, Hausarzt nicht.

„Grundsätzlich sind wir als Hausarztpraxis mit dem Thema Impfen sehr vertraut. Das ist unser Alltag und stellt als solches keine Besonderheit dar. Neu ist in diesem Fall die etwas komplizierte Aufbereitung des Impfstoffes“, betont der Mediziner aus Hardegsen.

Der Impfstoff werde nämlich nicht in Einzelspritzen geliefert und müsse je nach Impfstoff auch unterschiedlich gelagert werden. Auch sei es natürlich eine besondere Herausforderung, so Löber, dass nicht, wie bei der Grippeimpfung, hauptsächlich Risikopatienten geimpft werden, sondern letztendlich die gesamte Bevölkerung. Und das in möglichst kurzer Zeit.

Wolfgang Boldt

Auch Wolfgang Boldt, niedergelassener Hausarzt in Moringen und Vorsitzender des Northeimer Ärztevereins, appelliert noch einmal an die Patienten, nicht telefonisch nach einem Impftermin in ihrer Hausarztpraxis zu fragen. Das würde nur unnötig die Leitungen blockieren.

Boldt betont, dass alle für eine Impfung infrage kommenden Patienten direkt von den Hausarztpraxen kontaktiert werden. Er selbst wollte noch am Dienstagabend die ersten seiner Patienten während seiner regulären Hausbesuche impfen.
(Kathrin Plikat)

Verimpft wird zunächst Biontech/Pfizer

In den nächsten Wochen wird in den Praxen im Kreis Northeim laut Wolfgang Boldt, Hausarzt in Moringen und Vorsitzender des Northeimer Ärztevereins, das Vakzin von Biontech/Pfizer verimpft. Welcher Impfstoff danach „zum Zuge“ kommt, weiß Boldt nicht. Der Impfstoff von Biontech muss zweimal verabreicht werden, um eine möglichst hohe Schutzwirksamkeit zu erreichen. Er soll sieben Tage nach der Impfung bereits eine Wirksamkeit von 95 Prozent bieten.  (kat)

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