Krisenstäbe benötigen große Hallen

Landkreis Northeim sucht Ort für Impfzentrum

Eine Impfdosis wird mit einer Spritze in den Oberarm eines Patienten injiziert.
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Ein Patient wird geimpft.

Bereits Mitte Dezember sollen sie einsatzfähig sein die regionalen Impfzentren gegen das Coronavirus. Der Kreis Northeim ist jedoch noch auf der Suche nach einer geeigneten Halle.

Landkreis Northeim – Die Zulassung für den Corona-Impfstoff der deutschen Firma Biontech läuft, auch andere Firmen weltweit sind kurz vor der Zulassung. Gesundheitsminister Jens Spahn drückt auf die Tube, was die Einrichtung von regionalen Impfzentren angeht.

Das Land hat bereits beschlossen, dass pro 150 000 Einwohner ein Impfzentrum eingerichtet wird. So soll es für den Landkreis Northeim eines und für die Stadt und den Kreis Göttingen zwei Zentren geben. Sowohl im Kreis Northeim als auch in Göttingen sind die Krisenstäbe aber noch auf der Suche nach geeigneten Immobilien.

„Wir haben bereits Ideen zu möglichen Standorten mit verschiedenen Akteuren vor Ort ausgetauscht“, betont Dirk Niemeyer, Pressesprecher des Landkreises Northeim. Bei aller gebotener Eile müsse man trotzdem sorgfältig vorgehen, zumal ein solches Impfzentrum über Monate, vielleicht sogar ein Jahr lang, betrieben werden müsse. Das Gebäude selbst müsse einigen Anforderungen genügen. So liege ein besonderes Augenmerk auf die Erreichbarkeit und eine leistungsfähige Internetanbindung. Auch Aspekte wie die Möglichkeit der räumlichen Unterteilung der Stationen, Toiletten, Barrierefreiheit, Parkplätze, überdachte Wartebereiche, Lagerräume für Impfstoff oder Stromversorgung auch für Kühlung des Impfstoffs seien zu beachten.

Göttingen hat Ex-Flüchtlingsunterkunft im Blick

Petra Broistedt, Leiterin des Corona-Krisenstabs in der Stadt Göttingen, spricht von großen Hallen, die benötigt würden. Auch in Göttingen ist die Suche im Gange. Im Blick habe man aber den ehemaligen Großmarkt im Industriegebiet Siekhöhe, einst Flüchtlings-Gemeinschaftsunterkunft. Ebenso hält der Kreis Göttingen laut ihres Sprechers Ulrich Lottmann noch Ausschau nach einem geeigneten Objekt.

Die Rekrutierung der Ärzte soll die Kassenärztliche Vereinigung übernehmen. Die Kosten für Aufbau und Steuerung der Zentren zahlt laut Sozialministerium das Land. Die Krankenkassen zahlen die Impfungen. Nötig sind zwei Injektionen im Abstand von zwei bis drei Wochen.

Zusammenarbeit mit Hilforganisationen

Bei der Bereitstellung des Personals für Impfungen, Betreuung, Registrierung und Wiederbenachrichtigung zur Zweit-Impfung setzen Northeim und Göttingen auch auf ehrenamtliche Kräfte sowie auf Hilfsorganisationen. Northeims Kreisssprecher Niemeyer: „Diese haben bereits ihre grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, zu unterstützen und Verantwortung zu übernehmen.“

Bis zu 1000 Impfungen täglich

Viele Kommunen bundesweit haben bereits Impfzentren benannt und teils auch eingerichtet. In Hamburg und Bremen werden es Messehallen sein. In Kassel wird die Großsporthalle am Auepark ein solches Zentrum, das bis 11. Dezember einsatzfähig sein soll. Dort sollen dann täglich jeweils 1000 Menschen die kostenlose und freiwillige Impfung bekommen.

Vor jeder Impfung ist generell ein Arztgespräch nötig. Das wird auch in Northeim und Göttingen der Fall sein. 

(von Axel Gödecke)

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