Auftrag des Landes nur bis Ende September

Landkreis Northeim sucht neuen Standort für ein Impfzentrum

Das Impfzentrum in der Northeimer Stadthalle
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Das Impfzentrum in der Northeimer Stadthalle soll laut Plan des Landes Niedersachsen Ende September schließen.

Auch nach dem 30. September soll es im Landkreis Northeim ein Impfzentrum geben. Das betonte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel am Freitag in einer Pressemitteilung.

Landkreis Northeim - Zwar ist in der Mitteilung nicht mehr von der Stadthalle Northeim als Standort die Rede, aber laut Aussage der Landrätin hätten bereits Gespräche über mögliche andere Standorte im Kreisgebiet stattgefunden.

Noch vor wenigen Tagen hatte Landkreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer betont, dass der Auftrag des Landes Niedersachsen, im Kreisgebiet ein Impfzentrum zu betreiben, nicht über den 30. September hinaus verlängert werden soll (HNA berichtete). Stattdessen sollten die niedergelassenen Ärzte die Impfung gegen das Coronavirus komplett übernehmen.

„Offensichtlich haben Bund und Länder Mitte dieser Woche aber vereinbart, innerhalb der kommenden drei Wochen eine Impfstrategie über den 30. September hinaus zu entwickeln. Diskutiert wird demnach, einen Mindestbetrieb der Impfzentren weiter zu gewährleisten“, so Klinkert-Kittel am Freitag weiter.

So könnten bei Bedarf die Angebote wieder hochgefahren werden und, falls notwendig, Auffrischungsimpfungen stattfinden, hatte das Land laut Klinkert-Kittel mitgeteilt. Sie hoffe sehr, dass der ländliche Raum dabei auch zukünftig berücksichtigt werde: „Ich erwarte darum von der Landesregierung, dass es weiterhin in jedem Landkreis ein Impfzentrum gibt.“

Auch wenn die Rahmenbedingungen dafür noch nicht bekannt seien, so Klinkert-Kittel, sollen die Gespräche über mögliche Standorte für ein Impfzentrun im Landkreis Northeim weiter vertieft werden. Bei den Überlegungen sollen laut Aussage der Landrätin aber auch mobile Impfangebote weiterhin im Fokus stehen.

Unterdessen haben bis einschließlich Mittwoch dieser Woche 69 281 Menschen im Kreis Northeim im Impfzentrum und bei den Hausärzten die erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das entspricht einer Quote von 52,5 Prozent. Die zweite Impfdosis gab es bisher für 39 554 Menschen (29,9 %).

Aktuell und auch noch in der kommenden Woche liegt der Schwerpunkt beim Impfen laut Landkreis-Sprecher Dirk Niemeyer aber auf den Zweitimpfungen. Aktuell werden pro Woche zwischen 3000 und 3500 Zweitimpfungen verabreicht, berichtete er am Freitag auf HNA-Anfrage.

Dagegen sei der Anteil der Erstimpfungen momentan eher gering, weil es dafür schlicht an Impfstoff mangele, so Niemeyer weiter.

Zwar sei angekündigt worden, dass die Zahl der Erstimpfungen ab 5. Juli wieder steigen werden, doch verlässliche Auskünfte zu Impfstofflieferungen gebe es aktuell nicht, so der Landkreis-Sprecher.

Wegen unzureichender Impfstofflieferungen liege die Auslastung des Northeimer Impfzentrums nach seinen Worten momentan bei rund 75 Prozent, sie dürfte nach aktuellen Erkenntnissen in der nächsten Woche sogar noch auf 60 bis 70 Prozent sinken.

Trotzdem sei das Team im Impfzentrum weiterhin hoch motiviert, betonte Niemeyer. Der Landkreis-Sprecher hat auch noch einen Tipp: Weil momentan im Northeimer Impfzentrum immer wieder Zweitimpfungen mit dem Wirkstoff Astrazeneca abgelehnt werden, lohne sich für Impfwillige, die sich für Astrazeneca entscheiden, der tägliche Blick auf die Seite impfsuche.de im Internet. Dort würden regelmäßig freie Termine auch im Northeimer Impfzentrum eingepflegt.

Am Freitag waren laut Mitteilung der Northeimer Kreisverwaltung 50 Menschen im Landkreis mit dem Coronavirus infiziert, es gab keine Neuinfektion, ein weiterer Mensch galt als wieder genesen.

Das Robert-Koch-Institut vermeldete für Freitag eine 7-Tage-Inzidenz von 6,8. Die aktuell Infizierten kommen aus Bad Gandersheim 0 (0), Bodenfelde 1 (0), Dassel 8 (-1), Einbeck 14 (0), Hardegsen 1 (0), Kalefeld 2 (0), Katlenburg-Lindau 5 (-1), Moringen 2 (0), Nörten-Hardenberg 1 (0), Northeim 15 (0) und Uslar 1 (0). (kat)

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