Integrierte Gesamtschule: Der Start soll nächstes Jahr sein

Olaf Kuhr

Northeim. Eine Integrierte Gesamt-Schule (IGS) in Northeim kann frühestens zu Beginn des Schuljahres 2016/17 eingerichtet werden. Erst gibt es eine Elternumfrage.

Das sagte der Sprecher der Initiative zur Einführung dieser Schulform in der Kreisstadt, Dr. Olaf Kuhr, bei einer Informationsveranstaltung zu diesem Thema vor rund 80 Zuhörer in der Stadthalle.

Um dieses Vorhaben zu verwirklichen, erfolgt zunächst im September in den Grundschulen von Northeim sowie in den Gemeinden Katlenburg-Lindau und Kalefeld eine Umfrage. Eltern sollen erklären, ob sie bereit wären, für ihre Kinder die Schulform der IGS zu wählen. Sollte diese Umfrage erfolgreich sein, müsste der Northeimer Kreistag über eine Gründung entscheiden.

Zuvor hatte es ein Loblied auf die Integrierten Gesamt-Schulen gegeben. In einem Zehn-Punkte-Programm der „guten Gründe“ hatte die IGS-Initiative erklärt, warum sie eine IGS für sinnvoll hält. Unter anderem führte sie als positive Aspekte an:

• Die IGS gehe mit der Vielfalt der Kinder pädagogisch sinnvoll um.

• Sie halte die Schullaufbahn offen.

• Kein Kind werde durch Sitzenbleiben oder Abschulen beschämt.

• Stärkere und schwächere Kinder profitierten gleichermaßen vom gemeinsamen Lernen.

• Der häusliche Stressfaktor Hausaufgaben entfalle.

• Es gebe weniger Abgänger ohne Abschluss.

• Und die IGS führe mehr Schüler zum Abitur.

Der Leiter der IGS Querum in Braunschweig, Raimund Oehlmann, unterstützte diese Argumente mit zahlreichen Beispielen aus seiner Schule, ebenso eine Schülerin der IGS in Göttingen-Geismar.

Diese Schule wäre eine komplette Neugründung, unterstrich Simon Koehn, Lehrer an der Thomas-Mann-Schule und Vater einer Tochter, die die IGS Geismar besucht. Dafür müssten sich die Lehrer neu bewerben, wenn sie in ihr arbeiten wollen. „Nur neue Schilder an die alten Schulen hängen, geht nicht.“ Er meinte damit die Gutenberg-Realschule, die Gerhart-Hauptmann-Schule und seine eigene, die dann in der IGS aufgehen sollen.

Mindestens vierügig

Um erfolgreich arbeiten zu können, benötigt die IGS eine Mindestgröße. Der Querumer Schulleiter sagte, sie müsste mindestens vierzügig sein, also vier Klassen pro Jahrgang umfassen. Aber er sagte auch: „Es sind die Menschen, die der Schule das Leben geben.“

Schulstandorte in Gefahr

Der CDU-Kreistagsabgeordnete Malte Schober sagte am Rande der Sitzung, falls es zur Einführung der IGS komme, erwarte er Probleme für den Bestand der Schulstandorte in Kalefeld und Lindau. Er befürchtet, dass die Zahl der Schüler pro Jahrgang nicht ausreichen werde, um alle zu erhalten. Vielleicht gäbe es auch Auswirkungen auf die Zweigstelle Nörten-Hardenberg der KGS Moringen.

Das nächste Treffen der IGS-Initiative findet am Mittwoch, 6. Mai, um 19.30 im Bistro Frizz am Scharnhorstplatz 11 in Northeim statt. (zhp)

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