Astrazeneca auch für Jüngere möglich

Impfzentrum Northeim: Aktuell täglich 900 Impfungen

Seniorin mit Schutzmaske erhält Corona-Impfung im Northeimer Impfzentrum
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Im Northeimer Impfzentrum werden aktuell täglich rund 900 Coronaimpfungen verabreicht. Unser Bild zeigt die Einbeckerin Hannelore Wichels, die ihre Impfung von Fabian Schmidt vom DRK erhält (Archivfoto).

In dieser Woche finden im Northeimer Impfzentrum pro Tag etwa 900 Impfungen statt. Das sind täglich im Durchschnitt 300 Impfungen mehr als in den vergangenen Wochen.

Landkreis Northeim - Landkreis-Sprecher Dirk Niemeyer sagte auf HNA-Anfrage, dass die Versorgung mit Impfstoff in dieser und auch für die kommende Woche im Landkreis Northeim durchaus als „befriedigend“ bezeichnet werden könne.

Verimpft werde im Impfzentrum neben den mRNA-Impfstoffen wie Moderna oder Biontech auch weiterhin das Vakzin von Astrazeneca, so Niemeyer. Er weist darauf hin, dass sich inzwischen laut Beschluss der Bundesregierung auch Menschen, die jünger als 60 Jahre alt sind, über das Impfportal des Landes Niedersachsen (impfportal-niedersachsen.de) eine Impfung mit Astrazeneca-Impfstoff buchen können.

Dieser Empfehlung folgt Dr. Matthias Löber, Facharzt für Innere Medizin und Hausarzt in Hardegsen, allerdings nicht. Denn es gebe inzwischen genug Impfstoff, der laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Menschen unter 60 Jahren besser geeignet sei. Dazu gehörten eben die mRNA-Impfstoffe von Biontech oder Moderna.

„Interessanterweise hat in Deutschland ja vor allem Astrazeneca einen zum großen Teil unbegründeten schlechten Ruf. Ich habe viele junge Menschen gesehen, die sich mit dem Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson impfen lassen wollen oder in anderen Praxen haben impfen lassen. Dieser Impfstoff hat aber vermutlich die gleichen Risiken wie Astrazeneca und wird von der Stiko ebenfalls nur für Personen über 60 Jahre empfohlen“, so Löber.

Vereinzelt gebe es in seiner Praxis Nachfragen von Patienten, die Astrazeneca als Erstimpfung erhalten haben, ob man die zweite Impfung nicht mit einem anderen Impfstoff bekommen könnte. Das werde von der Impfkommission aber nur in Ausnahmefällen empfohlen, wenn nämlich die mit Astrazeneca vorgeimpfte Person deutlich unter 60 Jahre alt ist, so Löber weiter. „Von dieser Empfehlung weichen wir in unserer Praxis nicht ab.“

Mediziner Dr. Matthias Löber betont, dass der Impfstoff von AstraZeneca in Deutschland nur bei Personen über 60 Jahren empfohlen werde, da er in diesem Alter eine äußerst positive Nutzen-Schaden-Bilanz habe.

„Da wir in unserer Praxis diese Personengruppe inzwischen mindestens einmal geimpft haben, verwenden wir den Astrazeneca-Impfstoff inzwischen nur noch für die Zweitimpfung. Mit Blick auf die fortschreitende Impfkampagne im Kreisgebiet betont Löber: „Die hohen Impfzahlen zeigen, dass die meisten Praxen weiterhin mit großem Engagement dabei sind.“

Er könne sich aber durchaus vorstellen, dass die Corona-Impfung in den Praxen eben nicht nur Freude bringe, zumal das Impfen mit einem enormen, organisatorischen Mehraufwand verbunden sei. Denn noch immer werde der Impfstoff nicht in Einzeldosen, sondern in Ampullen zu sieben oder elf Dosen geliefert, die nach dem Aufziehen schnell hintereinander verimpft werden müssen.

Auch mache er in seiner Praxis immer wieder die Erfahrung, dass der Gesprächsbedarf bei vielen Patienten deutlich höher ist, als bei anderen Impfungen. Und manchmal gebe es dabei auch mal etwas anstrengende Diskussionen. „Frustrierte Patienten erlebe ich aber eigentlich nicht. Die meisten Patienten sind vielmehr sehr froh, dass die Impfkampagne so gut vorankommt. Und viele sind überrascht, dass sie jetzt schon dran sind.“

Auch bei jüngeren Menschen steige nach seiner Erfahrung die Nachfrage nach der Impfung gegen Corona: „Wir impfen in unserer Praxis inzwischen auch junge, nicht vorerkrankte Menschen über 18 Jahre. Ich erlebe, dass einige von ihnen aber noch zögern, weil sie denken, dass sie mit dem Impfen noch nicht an der Reihe sind.“ Darum empfehle er, dass sich jetzt alle Impfwilligen bei ihrem Hausarzt oder bei anderen Stellen, wie dem Impfportal des Landes im Internet, melden sollten, da sie vermutlich zeitnah einen Impftermin bekommen können.

Dr. Löber rät allen Impfwilligen dazu, sich auf jeden Fall überall auf die Wartelisten setzen zu lassen. Bittet aber auch darum, wenn man einen Impftermin bekommen hat, sich auf den anderen Listen wieder zu streichen. (kat)

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