Jedes dritte Unternehmen von Internetkriminalität betroffen

Symbolfoto: dpa

Northeim. Immer mehr Unternehmen, aber auch Privatpersonen werden zur Zielscheibe von Internetkriminellen.

Bei der Polizei im Landkreis Northeim werden im Schnitt 1,5 Fälle pro Tag angezeigt.

Jedes dritte Unternehmen in Norddeutschland ist schon einmal Opfer von Cyberattacken geworden. Das ist das Ergebnis einer Befragung von Firmen im Auftrag der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover. Das Anzeigeverhalten ist jedoch sehr zurückhaltend. Laut Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen wird nur einer von elf Fällen der Polizei gemeldet. Die Dunkelziffer ist groß.

„Jeder, der ins Internet geht, riskiert, zum Opfer von Cyberkriminellen zu werden“, warnt Hauptkommissar Michael Mahnke vom LKA in Hannover, das für Wirtschaftskriminalität und damit auch für den Landkreis Northeim zuständig ist. Genaue Fallzahlen gebe es nicht.

Internetbetrügereien aus dem privaten Bereich werden dagegen von der örtlichen Polizei bearbeitet. Allein 426 Fälle von Betrug und Erschleichung von Leistungen wurden 2014 im Landkreis Northeim angezeigt. Hinzu kommen über 100 Fälle, bei denen persönliche Daten ausgespäht wurden. Das macht deutlich: Nicht nur Unternehmen sind gefährdet, sondern auch jeder private Nutzer.

Selbst wenn man den Computer einschaltet ohne ins Internet zu gehen, besteht die Gefahr, dass Kriminelle schadhafte Programme aufspielen. „Damit können Computer fremdgesteuert und Angriffe auf Unternehmen verübt werden“, erklärt Mahnke. Die Fälle verliefen oft ähnlich: Kriminelle erpressen per E-Mail Geld von Unternehmen, indem sie ihnen in Namen der Polizei vergaukeln, dass rechtswidrige Dateien auf den Firmencomputern gefunden wurden. Gegen Geldzahlung würden die Ermittlungen eingestellt. Tatsächlich ist diese Art von Strafverfolgung in Deutschland aber gar nicht zulässig.

Der wesentliche Grund, weshalb Firmen die Attacken nicht anzeigen, sei die Furcht vor einem Imageverlust, glaubt IHK-Cybercrime-Expertin Sabine Hillmer: „Vielen sind die Maschen der Kriminellen nicht bekannt.“ Dabei es sei wichtig, sich bei jedem Fall an die Polizei zu wenden. (jus/awe)

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