Bilanz von Impfzentrum und Hausärzten

Impfschwänzer im Kreis Northeim kein Problem mehr- Jetzt fehlen Impfwillige

Aus einer Ampulle wird mit einer Spritze der Astrazeneca-Impfstoff gezogen.
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Impfstoff vom Hersteller Astrazeneca wird auch im Northeimer Impfzentrum verimpft.

So genannte Impfschwänzer gab es auch im Impfzentrum des Landkreises Northeim. Etwa ein Viertel sagte Termine nicht ab. Doch das Thema ist Schnee von gestern.

Northeim - Das Die Bundesregierung hat den Forderungen nach Bußgeld für Impfschwänzer bereits vor einiger Zeit nicht zugestimmt. Der Grund: Man wolle „motivieren, nicht abschrecken“. Nun gehört das Thema für den Landkreis als Betreiber des Impfzentrums Northeim und die betroffenen Hausärzte mehr oder weniger der Vergangenheit an.

Kritischer als die Impfschwänzer bewertet Wolfgang Boldt, Facharzt für Allgemeinmedizin in Moringen, die aktuell vorherrschende Impfmüdigkeit. „Der Impfstoff ist da, aber die Impfwilligen fehlen. Es gibt immer noch sehr viele Menschen, die noch nicht geimpft sind“, erklärt der Facharzt.

„Mittlerweile ist im Impfzentrum die Situation eingetreten, dass Terminwünsche von Impfwilligen kurzfristig berücksichtigt werden können“, erklärt Dirk Niemeyer, Sprecher des Landkreises Northeim. Die Warteliste sei abgearbeitet. Wer sich über die Terminhotline anmelde, bekomme somit bereits für den nächsten Tag einen Impftermin. „So blockieren Impfschwänzer zumindest nicht mehr die Termine von Impfwilligen“, sagt Niemeyer.

Wolfgang Boldt Vorsitzender des Ärztevereins im Kreis Northeim

Auch Boldt sieht das Thema gelassen: „In unserer Praxis haben Impfschwänzer nie eine große Rolle gespielt. Natürlich gab es Absagen, aber eine genaue Zahl könnte ich da nicht nennen.“ Von Vorteil sei, dass man in den Hauspraxen die Patienten persönlich kenne, so Boldt. Da falle es den Menschen schwerer, einen Termin einfach sausen zu lassen als anonym im Impfzentrum.

Dort seien seit geraumer Zeit etwa ein Viertel der gebuchten Termine ausgefallen, berichtet Niemeyer. Die Gründe seien häufig nicht bekannt, aber viele hätten sich beim Hausarzt impfen lassen, ohne den Termin anschließend bei der Landes-Hotline abzusagen.

Es geht keine Impfdosis verloren

„Für die Impfstoffdosen bleibt dies aber ohne Folgen, da diese erst aufgezogen werden, wenn die Impflinge tatsächlich im Impfzentrum erscheinen“, erklärt Dirk Niemeyer.

Die so täglich frei werdenden Impfdosen würden dann am Tagesende erneut für Anrufer der Impfhotline zur Verfügung gestellt und könnten kurzfristig gebucht werden. (Luisa Weckesser)

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