Viele Betroffene versäumen einfach wichtige Termine

Northeim: Jobcenter muss immer öfter Stütze sperren

Northeim. Immer mehr Hartz-IV-Empfängern im Landkreis Northeim müssen Leistungen gestrichen werden. Waren es im gesamten Jahr 2010 noch 1801 Fälle, bei denen Sanktionen ausgesprochen werden, so waren es allein in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres fast 500 Leistungsempfänger, bei denen Sperren notwendig wurden.

Damit liegt der Landkreis Northeim im Bundestrend.

Derzeit betreut das Jobcenter, eine Gemeinschaftseinrichtung der Agentur für Arbeit und des Landkreises Northeim, fast 9000 Betroffene. Hinzu kommen über 3300 Kinder unter 15 Jahren, die in den Familien der Hartz-IV-Empfänger wohnen.

„Bei den Sanktionen gibt es keinen Ermessensspielraum. Das Gesetz schreibt alles vor“, sagt Hans-Jürgen Schuldt, stellvertretender Geschäftsführer des Jobcenters.

Oft sind die Ursachen für die Sanktionen ganz einfach: Viele weigern sich beispielsweise, selbst bei der Jobsuche aktiv zu werden und schreiben keine Bewerbungen.

Andere Betroffene nehmen zumutbare Arbeit, die ihnen angeboten wird (zum Beispiel Ein-Euro-Jobs), nicht an oder brechen die Arbeit bereits nach kurzer wieder Zeit ab. Allein auf diese beiden Bereiche entfielen 2010 fast 800 Sanktionen. Die große Masse der Strafen, fast 1000 Fälle, sind aber nicht eingehaltene Termine. „Wir haben die Kunden zu Gesprächen oder Untersuchungen bei Ärzten bestellt. Die Termine werden einfach nicht besucht, obwohl die Betroffenen schriftlich auf die Folgen hingewiesen werden“, berichtet Schuldt aus der Praxis.

Missachtung der Spielregeln

Überdurchschnittlich häufig müssen Sanktionen gegen Betroffene unter 25 Jahre verhängt werden. Schuldt: „Viele von diesen Kunden missachten einfach die Spielregeln, an die sie sich halten müssen.“

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