Einsatzkräfte seit Samstag in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen

Johanniter aus Südniedersachsen im Hochwassereinsatz

Am Autohof Northeim sammelten sich die Einsatzkräfte der Johanniter zur Abfahrt in das Hochwassergebiet im Kreis Ahrweiler.
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Am Autohof Northeim sammelten sich die Einsatzkräfte der Johanniter zur Abfahrt in das Hochwassergebiet im Kreis Ahrweiler.

Rettungsdienste aus Südniedersachsen sind in den Hochwassergebieten und Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Einsatz.

Northeim – 90 Einsatzkräfte der Johanniter aus dem Landesverband Niedersachsen/Bremen haben sich am Samstag auf den Weg ins Richtung Hochwassergebiet in Rheinland-Pfalz gemacht.

Wie die Johanniter mitteilten, waren die ersten Helfer aus Holzminden, Northeim und Göttingen bereits in der Nacht zu Samstag aufgebrochen. Sie sollen den Sanitätsdienst für die Kreisfeuerwehrbereitschaften Holzminden und Göttingen leisten, die in der Stadt Eschweiler in Nordrhein-Westfalen im Einsatz sind.

Das Gros der Johanniter, 80 Helfer aus den Regionalverbänden Südniedersachsen (Hildesheim, Einbeck, Northeim, Holzminden) und Harz-Heide (Braunschweig, Celle, Uelzen, Salzgitter) haben laut Mitteilung den Zielort Nürburgring. Dieser liegt in der Nähe von Ahrweiler.

„Wir werden dort einen Behandlungsplatz 50 errichten“, sagt Benjamin Häselbarth, der für den Landesverband der Johanniter-Unfall-Hilfe den Großeinsatz mit organisiert.

Ein Behandlungsplatz 50 (BHP 50) ist nach seinen Worten wie ein mobiles Krankenhaus. Dort können je nach Schwere der Verletzungen 50 Menschen pro Stunde medizinisch versorgt werden. Der Betrieb des Behandlungsplatzes erfolgt für 48 Stunden ab Eintreffen im Zielgebiet vollkommen autark.

Dort ist ein Großteil der Infrastruktur stark beschädigt. Die Stromversorgung etwa für Licht, Funk- und Computeranlagen werde durch mitgeführte Stromerzeuger abgedeckt. Die Versorgung und die Unterbringung der eigenen Helferschaft laufe ebenfalls in Eigenregie – alle dazu benötigen Dinge würden mitgeführt. Nicht zuletzt werde die Kommunikation via Satellitentelefon abgewickelt, heißt es in der Pressemitteilung.

Die jetzt in den Einsatz geschickten Johanniter aus dem Landesverband Niedersachsen/Bremen werden nach Einschätzung von Häselbarth für die kommenden Wochen nicht die letzten bleiben. „Wir sind gerade noch in der Phase der Rettung und Bergung. Und dieser Einsatz wird sich sicherlich einige Wochen hinziehen.“ Weitere Johanniter-Kräfte seien bereits in den Voralarm versetzt worden, um weitere Unterstützung in Nordrhein-Westfalen zu leisten. So wie etwa die Regionalbereitschaft des Johanniter-Regionalverbandes Weser-Ems mit seinem Betreuungsplatz 500 (BTP).

Mit dieser Ausrüstung sind die Helfer in der Lage, bis zu 500 Menschen ohne Obdach unterzubringen und zu versorgen. „Nach Alarmierung sind die Kolleginnen und Kollegen in fünf Stunden bereit für den Abmarsch“, sagt Häselbarth.  

DRK-Kreisverband am Nürburgring im Einsatz

Der DRK-Kreisverband Göttingen-Northeim ist nach eigenen Angaben ebenfalls seit Samstag mit den ersten Hilfskräften in Rheinland-Pfalz vor Ort, um den Opfern der Hochwasserkatastrophen zu helfen Die Freiwilligen gehören den DRK-Bereitschaften aus Göttingen und Northeim sowie dem Solling an. Weitere Helfer sollen ihnen folgen.

„Eine große Stärke unseres DRK-Kreisverbandes Göttingen-Northeim liegt im ehrenamtlichen Engagement. Vielen Dank an all unsere aktiven Freiwilligen der DRK-Bereitschaften, die bereits in Rheinland-Pfalz im Einsatz sind“, betont Thomas Gerlach, Vorstandsmitglied des DRK-Kreisverbandes Göttingen-Northeim.

Am Samstagabend ist das erste Hilfsteam des DRK-Kreisverbandes am Nürburgring eingetroffen. „Der Umfang des Einsatzes ist zur Stunde noch nicht abzuschätzen. Die Dimension des Einsatzes ist außergewöhnlich“, so DRK-Kreisbereitschaftsleiter Frank Beckmann.

Am Samstag sammelten sich die Hilfskräfte aus ganz Niedersachsen als Einsatzverband Niedersachsen in Northeim. „Wir hatten einen Bereitstellungsraum für 140 Hilfskräfte aufgebaut“, berichtet Beckmann. Im Verbund seien alle niedersächsischen Einsatzkräfte der verschiedenen Hilfsorganisation dann in die Katastrophengebiete gefahren. Das Rote Kreuz Göttingen-Northeim stellt nach eigenen Angaben bereits eine zweite Mannschaft auf, damit nach wenigen Tagen eine Ablösung erfolgen kann. (ows)

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