Mehr als 100 Gäste beim Benefiz-Klezmerkonzert in der Northeimer St.-Sixti-Kirche

Jüdische Musik als Hilfe

Klezmer-Projekt-Orchester in St. Sixti: Der Soroptimisten-Club Einbeck-Northeim hatte zum Benefizkonert eingeladen. Foto: Schröter

Northeim. „Dies wird kein adventliches, dafür aber ganz sicher ein sehr lichtvolles Programm.“ Mit diesen Worten kündigte Antje Wissemann, Präsidentin des Soroptimisten-Clubs Einbeck-Northeim, am Sonntagabend in der Northeimer St.-Sixti-Kirche das Klezmer-Projekt-Orchester (KlezPO) aus Göttingen an. Und sie sollte Recht behalten.

Weit über 100 Zuhörer waren gekommen, um bei dem Benefizkonzert zugunsten der Northeimer Tafel die eher seltene Gelegenheit zu nutzen, traditionelle jüdische Musik in Vollendung hautnah mitzuerleben. Klezmer, das ist eine aus dem aschkenasischen Judentum stammende Volksmusiktradition. Obwohl das Repertoire vor allem aus Musik zur Begleitung von Hochzeiten und anderen Feierlichkeiten wie dem nahenden Lichterfest Hanukkah besteht, sind die Klänge nicht immer nur fröhlich und rasant. Klezmermusik ist auch sehnsuchtsvoll, besinnlich und warm und manchmal, wenn sich Klarinette und Cello aneinander reiben, auch ein wenig unscharf.

Dass das 90-minütige Konzert für das Publikum zu einem bleibenden Erlebnis wurde, dafür sorgte nicht nur das rund 20-köpfige Ensemble um die Northeimer Klarinettistin und Soroptimistin Dr. Claudia Schumann. Auch Orchesterleiter Wieland Ulrichs hatte mit seinen ebenso fundierten wie humorvollen Ankündigungen jedes einzelnen Stückes maßgeblichen Anteil daran.

„Geniale Idee“

„Es war einfach eine geniale Idee, das KlezPO für ein Benefizkonzert einzuladen“, bedankte sich Tafel-Vorsitzender Wolfgang Bauer beim Soroptimisten-Club. Da der Hilfsorganisation in Northeim derzeit finanziell das Wasser bis zum Hals stehe, sei man auf solche Aktionen angewiesen. Für die Soroptimistinnen, die sich unter anderem für die Verbesserung der Stellung der Frau und für eine aktive Teilnahme an Entscheidungsprozessen auf allen Ebenen der Gesellschaft einsetzen, war es die erste Veranstaltung dieser Art in Northeim. „Nachdem wir unsere Benefizkonzerte bislang immer in Einbeck veranstaltet haben und jetzt von den Problemen der Northeimer Tafel hörten, war es an der Zeit, einmal hierher zu wechseln“, meinte Antje Wissemann, die sich daher umso mehr über das rege Publikumsinteresse freute. (per)

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