Jugendliche saufen sich seltener ins Koma

Northeim.Die Krankenhäuser in der Region berichten Erfreuliches: Immer weniger Kinder und Jugendliche betrinken sich so schwer, dass sie mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus landen.

Das bestätigt auch die Helios Albert-Schweitzer-Klinik in Northeim.

2012 wurden hier insgesamt 33 Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis 20 Jahren mit einem Vollrausch eingeliefert. 2013 sank die Zahl bereits auf 22, 2014 wurden noch 21 junge Menschen behandelt. Das bedeutet im Vergleich zum Jahr 2012 einen Rückgang von über 36 Prozent.

Auch die Krankenkasse DAK spricht von einer Trendwende in Niedersachsen. Die Krankenkasse stützt sich auf Zahlen des Statistischen Landesamtes. Im Jahr 2013 wurden in Niedersachsen 2296 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 20 Jahren mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Im Vorjahr waren es fast 500 mehr. Das entspricht einer Abnahme von 17,6 Prozent.

Besonders groß ist der Rückgang bei den Zehn- bis 15-Jährigen. Hier wurden 25 Prozent weniger Jugendliche 2013 mit einer Alkoholvergiftung behandelt.

Auffällig ist, dass sich deutlich mehr Jungen als Mädchen bis zum Vollrausch betrinken. Im vergangenen Jahr waren es 1239 Jungen und 764 Mädchen zwischen zehn und 20 Jahren.

An der Helios Klinik in Northeim unterscheiden sich die Zahlen weniger stark. Von den 21 Rauschtrinkern im Jahr 2014 waren 12 männlich und neun weiblich.

Die Trendwende beim Trinken bestätigt auch die Uni-Klinik in Göttingen. Die Zahlen seien rückläufig, bestätigt die Ärztliche Leiterin Prof. Dr. Sabine Blaschke. Wie viele die Uni-Klinik Göttingen aufnimmt, wollte sie nicht nennen. Die Suchthilfe Lukas-Werk in Northeim sieht den Grund für die rückläufigen Zahlen in den zahlreichen Präventionskampagnen. (fis/cha)

Rubriklistenbild: © dpa

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