Das Jugendsommerlager in Schwangau ist Geschichte

Verkündeten das Ende des Sommerlagers: (von links) Gerhard Haupt, Kirsten Heibey, die KSB-Geschäftsführeirn Petra Heidelberg-Heise, Heike Müller-Otte und Heinz-Jürgen Ehrlich. Foto: Niesen

Northeim. Eine Legende stirbt: Weil die Kosten im vierten Jahr in Folge nicht zu erwirtschaften waren, wird es vom kommenden Jahr an kein Jugendsommerlager mehr in Schwangau bei Füssen geben.

Das erklärte die Arbeitsgemeinschaft Jugendsommerlager, vertreten durch den Vorsitzenden des Kreissportbundes Northeim-Einbeck, Heinz-Jürgen Ehrlich (Gillersheim), und die Bürgermeisterin der Stadt Moringen, Heike Müller-Otte. Müller-Otte: „Eine schwere Entscheidung."

Um dem Betrieb zu sichern, benötigt das Jugendsommerlager mindestens 170 Teilnehmer. In den vergangenen Jahren waren es jedoch nie mehr als 110 bis 120. In besten Zeiten wurden zwei Durchgänge mit jeweils rund 200 und mehr organisiert.

Insgesamt zählte die Freizeit in ihrem über 50-jährigen Bestehen weit mehr als 25 000 Teilnehmer. Über viele Jahre wurden sie vom ehrenamtlichen Team unter der Führung von Willi Jakob (Thüdinghausen) betreut,

Für die 14-tägige Freizeit, erläuterten Heinz-Jürgen Ehrlich und Heike Müller-Otte, mussten die Teilnehmer einen Beitrag von zuletzt 320 Euro einschließlich Vollverpflegung und Freizeitprogramm zahlen. Dem stand alleine eine Platzmiete von 35 000 Euro gegenüber, die die Falken, eine sozialistische Jugendorganisation, als Eigentümerin des Areals den Nutzern berechnete.

Müller-Otte führt das gesunkene Interesse unter anderem auf schrumpfende Jahrgänge, ein verändertes Freizeitverhalten und terminlich ungünstig gelegene Sommerferien zurück: „Viele Kinder fahren mit ihren Eltern in den Urlaub.“

In Moringen steht noch die Zustimmung des Stadtrates aus. Sie wird aber erwartet. Müller-Otte: „Die Veranstaltung von Jugendsommerlagern ist keine originäre Aufgabe der Stadt.“ Das Einsparungsvolumen ist allerdings marginal. Moringen hatte dadurch Kosten in Höhe von 1300 Euro. Zuletzt fuhren nur noch fünf Kinder aus der Stadt mit nach Bayern.

Alternativen im Gespräch

Unterdessen wird im Kreissportbund über Alternativen nachgedacht. Die zuständige Referentin im KSB, Kirsten Heibey, sagte, unter anderem sei eine Kooperation mit Göttingen im Gespräch. Der dortige Sportbund unterhält das Sommerlager Stolle bei Dahlenrode unweit der A7 im Landkreis Göttingen.

Heinz-Jürgen Ehrlich sagte, er könne sich eine Kooperation mit den polnischen Partnern in Schlochau und/oder dem Ferienareal der Sportjugend Berlin auf Usedom vorstellen. Der Vize-Vorsitzende des KSB, Gerhard Haupt (Vogelbeck) sagte, es sei noch nichts spruchreif. Er schätzt, dass die polnische Variante großes Potential besitze. (zhp)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.