Ausgrabungen vor dem sechsspurigen Ausbau der Autobahn 7

A7-Ausbau: Archäologen finden über 7000 Jahre alte Keramik-Scherben

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Archäologische Grabung: Das Bild zeigt freigelegte Fragemente von Mahlsteinen

Northeim. Bei archäologischen Grabungen an der A7 haben Experten unter anderem Keramikstücke entdeckt, die aus der Zeit zwischen 5200 und 5300 vor Christi stammten.

Das hat das Konsortium Via Niedersachsen mitgeteilt, das den Autobahnausbau zwischen Nörten-Hardenberg und Seesen übernommen hat.

Wichtige Funde machten die von Via Niedersachsen beauftragten Archäologen der Firma Streichardt & Wedekind (Göttingen) bisher an drei Stellen:

Harzhorn: Am Römerschlachtfeld am Harzhorn bargen sie wenige Schuhnägel. „Sie sind schwer zu datieren, könnten aber von Schuhen römischer Legionäre des 3. Jahrhunderts nach Christi stammen und ähneln den bereits in vorherigen Jahren am Fundplatz geborgenen Exemplaren“, teilte Via Niedersachsen mit. Repliken solcher Schuhe sind im Besucherzentrum des Schlachtfeldes ausgestellt.

Südlich des Bierbergs: Die besten Ergebnisse lieferten bisher zwei Schnitte in der Nähe von Imbshausen. Auf einer Geländekuppe südlich des Bierberges wurden bisher 80 Verfärbungen im Boden entdeckt, welche laut Via Niedersachsen von den Experten über Vergleiche mit bereits gegrabenen Siedlungen als Hausgrundrisse identifiziert wurden. Gefundene Keramik, die den ersten Ackerbauern Mitteleuropas zuzuordnen ist, dürfte vermutlich vor mehr als 7200 Jahren in den Boden gelangt sein.

Auch wurden Mahlstein-Fragmente zur Produktion von Schrot und Mehl, gebrannte Tierknochen und Steinwerkzeuge aus Feuerstein gefunden.

Bei Echte: Einige Siedlungsbefunde (Gruben und Pfosten) konnten bei Echte dokumentiert werden, die aber nur wenig keramisches Fundmaterial lieferten, welches grob in die jüngere Steinzeit einzuordnen ist.

Momentan laufen noch weitere archäologische Untersuchungen im Bereich des Harzhorns und am Bierberg. Trotz des gefrorene Bodens setzten die Archäologen ihre Arbeit fort.

Vor den Grabungen hatten das Landesamt für Denkmalpflege und die Kreisarchäologie Northeim bekannte Fundstellen an der A7 benannt, wo gegraben werden sollte. Dazu gehören urgeschichtliche Siedlungsplätze und das Römerschlachtfeld.

Alle Funde werden fotografiert, vermessen und dokumentiert. Sie erlauben Rückschlüsse auf Lebensgewohnheiten, Ernährung, Wirtschaft und religiöse Sitten. (ows)

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