A7-Pläne: Oldenroder kritisieren fehlende Schutzwand

Machen sich Sorgen, dass die Lärmbelastung in Oldenrode durch den A7-Ausbau größer wird: Ortsbürgermeister Falk Schwarz (links) sowie Anwohner und Ortsratsmitglieder. Das Haus von Wilhelm Fulst (rechts) an der Oldenroder Straße steht nur hundert Meter von der Autobahn entfernt, die hier im Hintergrund zu sehen ist. Foto: Schwekendiek

Oldenrode. Kritik am geplanten Lärmschutz im Zuge des A7-Ausbaus reißt nicht ab. Obwohl die Einspruchsfrist zum Planfeststellungsverfahren abgelaufen ist, machen die Anwohner mobil.

Wer in Oldenrode lebt, hat sich mit dem Lärm der Autobahn längst arrangiert. Ob im eigenen Garten oder beim Spazierengehen, im Hintergrund ist Tag und Nacht ein stetes Dröhnen zu vernehmen. Dass im Zuge der geplanten Autobahn-Erweiterung zwischen Echte und Seesen allerdings ein Teil der Lärmschutzwand wegfallen soll, versetzt die Anwohner in Sorge.

„Wir wünschen uns, dass die neue Lärmschutzmauer auf der Länge der alten Mauer ausgebaut wird“, fasst Ortsbürgermeister Falk Schwarz das Problem zusammen. Geplant ist, dass die Mauer in Richtung Norden 50 Meter eher endet und nicht an den Erdwall in Richtung Klusberg angeschlossen wird.

Diese Öffnung zur Ortschaft hin könnte mehr Lärm bedeuten, befürchten die Anwohner, zumal auch die großen Bäume entlang der Autobahn gefällt werden. Am höchsten Punkt soll die Wand sechs Meter hoch sein und dann auf 2,50 Meter abfallen.

„An klaren und kalten Tagen ist es am lautesten“, beklagt Dietmar Halves, der seit 13 Jahren am Berghof wohnt und den Wegfall der Lärmschutzwand sehr kritisch sieht. „Auch Westwind ist eher ungünstig“, ergänzt Albrecht Zwickert, dessen Haus nur wenige hundert Meter von der Autobahn entfernt steht. Dass der sogenannte Flüsterasphalt dauerhaft eine Entlastung bringt, glauben die Anwohner nicht.

Ihre Befürchtungen haben sie im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens mehrfach geäußert - unter anderem bei Anhörungsterminen. In der Folge wurden die Pläne korrigiert und zum zweiten Mal öffentlich ausgelegt, ohne dass die Lärmschutzwand entsprechend länger geplant wurde. Über 100 Einwendungen kamen deshalb erneut aus Oldenrode zusammen. Ob sie berücksichtigt werden, wird in wenigen Wochen mit dem endgültigen Planfeststellungsbeschluss deutlich. Weitere Anhörungstermine gibt es nicht mehr.

„Die Pläne werden am Computer gemacht“, gibt Schwarz zu bedenken. Auch die künftige Lärmbelastung basiere allein auf Berechnungen. „Wir müssen jeden Tag mit dem Lärm leben, wenn es doch lauter werden sollte als gedacht.“

Nach dem Beschluss der Behörde bleibt den Betroffenen als letzte Möglichkeit, Klage einzureichen. Dass jemand diese Kosten auf sich nimmt, glaubt Schwarz nicht. Dennoch wollen Anwohner und Ortsrat weiter gemeinsam für ihr Anliegen kämpfen.

Dazu haben sie bereits einen Brief an die Abgeordneten des Landkreises geschrieben, die im Bundestag und im Landtag vertreten sind. Auch die kommunalen Politiker wollen sie für ihren Kampf gegen den Lärm ins Boot holen.

Von Julia Schwekendiek

Was Gemeinderat und Behörde zur Kritik der Anwohner sagen, lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der Northeimer Neuesten Nachrichten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.