Angeklagten hatten unter anderem Rentner in Oldershausen überfallen

Bundesgerichtshof bestätigt Haftstrafen für Räuber

Statue der Justitia
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Vier Angeklagte haben erfolglos Revision gegen das Urteil des Landgerichts Göttingen eingelegt. (Symbolfoto)

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat jetzt die vom Landgericht Göttingen verhängten Strafen wegen zweier Raubüberfälle auf einen Edeka-Markt in Rittmarshausen (Kreis Göttingen) und einen 78-jährigen Rentner in Oldershausen (Kreis Northeim) bestätigt.

Göttingen/Oldershausen - Das Landgericht hatte im Dezember 2019 drei Angeklagte zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt, drei weitere Angeklagte erhielten Bewährungsstrafen (HNA berichtete). Gegen dieses Urteil hatten vier Angeklagte Rechtsmittel beim Bundesgerichtshof eingelegt. Die Angeklagten waren vom Landgericht Göttingen zu Haftstrafen von zwei Jahren auf Bewährung und neuneinhalb Jahren für den Haupttäter verurteilt worden. Zwei Jugendliche erhielten Jugendstrafen auf Bewährung. Lediglich die Entscheidungen zur Einziehung des Wertes von Taterträgen änderte der 6. Strafsenat teilweise ab (Aktenzeichen 6 StR 130/20).

Die Angeklagten hatten in wechselnder Besetzung im Februar 2019 erst einen Supermarkt in Rittmarshausen überfallen, zwei Wochen später überfielen sie einen 78-Jährigen in seinem Wohnhaus in Oldershausen. Dabei attackierten sie den Rentner so heftig, dass dieser mit einem Beckenbruch und einer Schädelprellung ins Krankenhaus kam.

Hauptangeklagter war ein bereits mehrfach vorbestrafter Mann aus dem südniedersächsischen Eichsfeld. Der heute 30-Jährige erhielt die mit Abstand höchste Strafe von neuneinhalb Jahren. Nach Überzeugung des Gerichts war er der Drahtzieher der Überfälle gewesen und hatte die jeweiligen Täter mit Masken, einem Messer und Pfefferspray ausgestattet. Bei dem Überfall auf den Rentner hatte er die Täter in die Nähe des Wohnhauses gefahren und im Auto auf ihre Rückkehr gewartet. Die zweithöchste Strafe von fünfeinhalb Jahren Haft erhielt eine 31-jährige Frau aus Kalefeld. Sie hatte den Tipp zu dem Überfall auf den Rentner gegeben und den Mitangeklagten erzählt, dass dieser angeblich 20 000 Euro in seinen Tresoren habe.

Gegen die 31-Jährige sind derzeit noch zwei weitere Anklagen anhängig. Sie soll sich bereits vor dem Überfall die ec-Karte des 78-Jährigen verschafft und damit mehrfach Geld abgehoben haben. Ferner soll sie auf dessen Namen und Bankverbindung Handy-Verträge abgeschlossen, im Internet eingekauft und an Glücksspielen teilgenommen haben.

Ein 46-jähriger Mitangeklagter aus Duderstadt muss für drei Jahre ins Gefängnis. Er hatte sich bei dem Überfall in Rittmarshausen als Fahrer betätigt. Seine 42-jährige Lebensgefährtin erhielt eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Sie hatte den Supermarkt ausgekundschaftet und den Tätern „grünes Licht“ gegeben.

Den eigentlichen Überfall hatten ein 19-Jähriger aus Kalefeld und ein 17-Jähriger aus dem Altkreis Osterode begangen. Sie wurden zu zwei Jahren beziehungsweise neun Monaten Jugendstrafe verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Der 19-Jährige war auch am Überfall in Oldershausen beteiligt.  (pid)

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