Polizei ist eingeschaltet

Blitzer-Messungen unbrauchbar: Unbekannter montierte Tempo 50-Schild ab

Blitzer auf der Bundesstraße 248 bei Echte: Der Landkreis hat an der Autobahn 7 geblitzt, allerdings war Autofahrern nicht wirklich klar, wie schnell sie fahren dürfen. Ausgewiesen waren 50 und 70 km/h. 
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Blitzer auf der Bundesstraße 248 bei Echte: Der Landkreis hat an der Autobahn 7 geblitzt, allerdings war Autofahrern nicht wirklich klar, wie schnell sie fahren dürfen. Ausgewiesen waren 50 und 70 km/h. 

Echte. Autofahrer haben sich vor gut anderthalb Wochen gewundert: Wer auf der Bundesstraße 248 von Düderode nach Echte unterwegs war, der hatte die Wahl zwischen 50 und 70 Kilometern pro Stunde.

Wer sich hier aber falsch entschieden hat, der hat gut 200 Meter weiter für diese Entscheidung ein Erinnerungsfoto vom Landkreis bekommen. Das große Fragezeichen in den Köpfen mancher Autofahrer hat ein noch Unbekannter zu Verantworten.

Hintergrund für die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 Kilometer in der Stunde im Bereich der Autobahnbrücke sind gleich drei Baustellenausfahrten, die alle im Zusammenhang mit den Bauarbeiten von Via Niedersachsen stehen. In dem Bereich wird zum einen die Bundesstraße 248 künftig verschwenkt, außerdem wird dafür eine neue Brücke über die A7 gebaut. 

Messung protokolliert

Der Landkreis hat am Freitag, 15. Juni, in dem Bereich kontrolliert, ob sich Autofahrer an die seit Längerem bestehende Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h halten. Laut Landkreissprecher Dirk Niemeyer wurde die Beschilderung vor der Messung wie üblich kontrolliert und auch fotografiert. So war auf beiden Straßenseiten das 50er-Zonenschild angebracht.

Der Messbeamte vor Ort sei aber nach gut zwei Stunden darauf aufmerksam gemacht worden, dass auf der rechten Straßenseite jetzt nur noch ein 70er-Schild zu sehen sei. „Es wurde von einer unbekannten Person in den Graben geworfen. Die Messung wurde daraufhin abgebrochen und das Polizeikommissariat Bad Gandersheim hinzugezogen“, heißt es aus der Kreisverwaltung. Die Messergebnisse werden daher nicht verwertet. Der Verkehrsteilnehmer, dem die unklare Beschilderung aufgefallen ist, habe sich absolut richtig verhalten und den Messbeamten vor Ort informiert.

Laut Ralf Bösselmann, Leiter des Polizeikommissariats in Bad Gandersheim, stellt das reine Entfernen des Verkehrsschildes ohne Diebstahl keine Straftat dar, solange niemandem etwas passiere. Sollte jemand dann aber schneller als die erlaubten 50 km/h fahren und beispielsweise einen Achsenbruch erleiden, oder jemand mit der Tat Leib und Leben gefährden, handele es sich um einen schweren Eingriff in den Straßenverkehr. Dies werde mit Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft, heißt es in § 315b des Strafgesetzbuches.

In diesem Bereich wurden ein Verkehrschild abmontiert:

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