Über 180 Meter hoch

Bürgerinitiative demonstriert vor Rathaus gegen neue Windräder bei Oldenrode

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Sie sollen Zuwachs bekommen: Die Windkraftanlagen am Harzhorn bei Oldenrode.

Oldenrode. Die Diskussionen um Windkraftanlagen bei Oldenrode in der Gemeinde Kalefeld gehen weiter: Betreiber Enercon möchte drei über 180 Meter hohe Anlagen nahe des Harzhorns errichten.

Dagegen gibt es jetzt Widerstand aus der Bevölkerung in Form einer Bürgerinitiative. Sie demonstriert am Donnerstagabend mit einigen Vertretern vor dem Kalefelder Rathaus.

Seit rund anderthalb Jahren laufen die Gespräche um die geplanten Anlagen. Da der Landkreis laut Bürgermeister Jens Meyer hohe Standards für den Bau gesetzt habe, wurden verschiedenste Gutachten in Auftrag gegeben, die allesamt positiv ausgefallen seien. „Das war ein langwieriges Verfahren, weil wir alles genau geprüft haben wollten“, betont Meyer. Besonderes Augenmerk habe man dabei auf den Naturschutz, das beim letzten Bau der drei bestehenden Windenergieanlagen noch nicht bestehende Harzhorn-Gebäude und den Abstand zum Wohngebiet gelegt.

Jens Meyer

„Ursprünglich waren vier Anlagen angedacht, wir habenuns mit dem Betreiber auf drei einigen können“, sagt Meyer. Diese sind mit ihren fast 200 Metern zwar höher als die ursprünglich von der Verwaltung festgelegte Höhenbegrenzung, aber: „Fakt ist: Eine Höhenbegrenzung ist rechtlich nicht mehr haltbar“, argumentiert der Verwaltungschef. Zwar könne man das Einvernehmen in der kurzfristig einberufenen Verwaltungsausschuss-Sitzung gemeinsam mit dem Gemeinde-Entwicklungsausschuss, die am Donnerstagabend stattfindet, versagen. „Da die Gemeinde aber keine Genehmigungsbehörde ist, würde das Projekt durch den Landkreis sicher trotzdem genehmigt werden“, sagt Meyer. Zudem stehe es einer Kommune nicht gut, eine Windvorrangsfläche auszuweisen, dann einen Investor zu finden, der langfristig auch in der Gemeinde seine Steuern zahlt, und sich letztlich gegen den Bau auszusprechen.

Notwendig geworden sei die kurzfristige Sitzung, da eine Frist, die bereits am Dienstag, 6. Dezember verstreicht, nicht weiter nach hinten verlegt werden könne, heißt es dazu aus dem Rathaus. Erst dann wäre aber planmäßig der Gemeindeentwicklungsausschuss zur Sitzung zusammen gekommen.

Bürgerinitiative gegründet 

Alles andere als begeistert von den Planungen ist eine neu gegründete Bürgerinitiative, die sich gegen den Bau der neuen Anlagen ausgesprochen hat. Die Initiative um Nina Rehmsmeier aus Oldenrode hatte sich am Dienstagabend gegründet. 20 Bürger aus Düderode und Oldenrode, Vertreter aus dem Orts- und Gemeinderat waren zu der Veranstaltung gekommen.

„Wir wollen erreichen, dass die Windräder nicht errichtet werden“, sagt die Initiatorin. Insbesondere die Gefahr der Gesundheit durch Infraschall dürfe man nicht vernachlässigen. Zudem sei Windkraft zwar eine erneuerbare Energie, allerdings eine Gefahr für Tiere. „Das ist lebensgefährlich für den Rotmilan, Fledermäuse, Feldlerchen und andere Tiere“, betont Rehmsmeier. Da sich der Milan als Aasfresser immer in Autobahnnähe aufhalte, um kleine, totgefahrene Wildtiere zu fressen, sei er durch die weiteren, deutlich höheren Windkraftanlagen besonders gefährdet, betont die Sprecherin der Initiative.

Um diesen Stadtpunkt deutlich zu machen, habe man daher kurzfristig die Protestaktion auf die Beine gestellt.

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