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Plan für Baugebiet existiert schon seit 1994

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Von: Rosemarie Gerhardy

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Wünschen sich, dass hier bald Häuser gebaut werden können: die Ortsratsmitglieder Bernd-Andreas Herrmann (SPD), Ortsbürgermeister Nils-Eric Schluß (SPD), Christian Hartmann (CDU) und Elisabeth Schulte-Sander (CDU).
Wünschen sich, dass hier bald Häuser gebaut werden können: die Ortsratsmitglieder Bernd-Andreas Herrmann (SPD), Ortsbürgermeister Nils-Eric Schluß (SPD), Christian Hartmann (CDU) und Elisabeth Schulte-Sander (CDU). © Rosemarie Gerhardy

Jan Philipp Apel hätte gern in Echte neu gebaut, am liebsten im Baugebiet „Über der Steinsgasse“, da er im benachbarten Bohlweg aufgewachsen ist. Doch das bereits 1994 als Baugebiet ausgewiesene Gelände ist noch immer nicht als solches nutzbar.

Echte – Das kritisiert nun auch der Ortsrat und möchte die Erschließung des Gebiets forcieren. Denn das Interesse an Bauplätzen in Echte ist ungebrochen, berichtet Ortsbürgermeister Jan-Eric Schluß (SPD). Im Baugebiet am Oldershäuser Weg seien alle Grundstücke bereits verkauft, weitere stünden nicht mehr zur Verfügung.

Apel hat dann ein sanierungsbedürftiges Haus gekauft, gut zwei Jahre daran gearbeitet, berichtet er. Das würde sich nicht nach seiner Meinung sicher jeder antun wollen. Und: Er kennt einige junge Leute, die ebenfalls gern in Echte bauen würden.

Bestandsimmobilien seien sowieso kaum zu bekommen, sagt Ortsbürgermeister Schluß. Es sei aber wichtig, den Ort weiter zu entwickeln und junge Familien anzulocken. An Interesse mangele es nicht, zumal Echte mit Ärzten, Einkaufsmöglichkeiten, Kindergarten und Schule über eine sehr gute Infrastruktur verfüge.

Der Bebauungsplan „Über der Steingasse“ sieht rund 30 Bauplätze vor. Damals sei es nicht zur Umsetzung gekommen, da ein Eigentümer nicht verkaufen wollte, berichtet Ortratsmitglied und ehemaliger Ortsbürgermeister Bernd-Andreas Herrmann (SPD). Er glaubt, dass man nun erneut verhandeln könne, da die Baulandpreise auch in Echte gestiegen seien. Doch es müsse sich auch ein Investor finden, der das Gebiet entwickelt und erschließt.

Mit Blick auf die leeren Gemeindekassen sei hier nichts zu erwarten, sind sich die Ortsratsmitglieder einig.

In den 90er-Jahren habe es einen Investor gegeben, die Erschließung hätte rund 650 000 D-Mark gekostet, berichtet Schluß. Inzwischen müsse man sicherlich fast das Doppelte in Euro berechnen, schätzt Herrmann, der sich sicher ist, dass die Gemeinde das nicht stemmen kann.

Die Attraktivität des Baugebietes sei sehr hoch, denn es gibt dort einen guten Ausblick und eine zum Teil unverbaubare Aussicht, weil sich ein Naturschutzgebiet anschließt, loben bei einem Ortstermin Schluß, Herrmann und die Ortsratsmitglieder Christian Hartmann und Elisabeth Schulte-Sander (beide CDU).

Auch die Hanglage sei kein Problem. Der Untergrund sei genau so wie im Bereich Buchenhöhe. Mit der richtigen Bauweise sei die Bebauung kein Problem, sind sich die Ortsratsmitglieder sicher. Mit dieser Aussage wollen sie anderslautenden Gerüchten entgegenwirken.

Sie hoffen, dass die Gemeinde sich bald für die Entwicklung des Gebietes einsetze. Man sei bereit, seitens der Ortschaft selbst einen Teil der Planungskosten zu übernehmen. „Aber das ist vermutlich nicht erlaubt“, vermutet Schluß: „Uns sind die Hände gebunden. Wir können nur fordern, aber selbst nichts machen.“ Und: Es sei ärgerlich, wenn der Ort trotz des großen Interesses nicht wachsen und für die Zukunft aufgestellt werden könne.

Gemeindebürgermeister Jens Meyer (SPD) hatte in der Echter Ortsratssitzung zugesagt, dass gemeinsam eine Möglichkeit gefunden werde, um Baugebiete in Echte zur Verfügung zu stellen.

Auf HNA-Nachfrage wollte Meyer dazu aber keine Aussage machen. Man müsse einen Investor finden, aber aktuell habe man vorrangig andere Aufgaben zu erfüllen. (Rosemarie Gerhardy)

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