Ende März soll alles fertig sein

Enercon-Windpark in Kalefeld wächst weiter

Oldenrode. 92 Meter Rotordurchmesser, jeweils 2,35 Megawatt Leistung und damit Strom für rund 3600 Haushalte – die Fakten rund um den Windpark, der aktuell bei Oldenrode entsteht, beeindrucken.

Drei Windenergieanlagen baut Enercon noch bis in den März im Alten Amt. Die HNA hat sich die Baustelle aus der Nähe angesehen.

Es ist ein durchwachsener Januar-Tag, immer wieder fallen ein paar Tropfen vom Himmel, Sonne gibt es keine. Schon von Weitem sind zwei der drei Türme der neuen Windenergieanlagen sichtbar, auf den letzten Metern weisen Schilder den Weg. Mit Bauleiter Kevin Rudolph, Projektentwicklerin Henrike Nagel und Vertriebsassistentin Sina Brennecke geht es auf die Baustelle.

Sicherheit geht vor

Ohne Weiteres ist das aber nicht möglich. Schutzhelm samt Schutzbrille, Warnweste und Sicherheitsschuhe samt Stahlkappe sind Pflicht. Die Frage nach dem „Warum“ ist schnell beantwortet: Alleine der Generator der Windenergieanlagen vom Typ E-92 wiegt über 50 Tonnen.

Haben die Arbeiten im Blick: Bauleiter Kevin Rudolph, Projektentwicklerin Henrike Nagel und Vertriebsassistentin Sina Brennecke.

Über weitestgehend neue Straßen führt der Weg zu den drei Baustellen. Neu deshalb, weil tonnenschwere Spezialfahrzeuge die Bauteile in den Windpark östlich der Autobahn 7 bringen müssen. Auf der Baustelle selbst ist überraschend wenig Personal anzutreffen. „Rund 30 Mitarbeiter haben wir hier“, sagt Rudolph. Die verschiedenen Teams sind aufeinander eingespielt, die Abläufe sind standardisiert. Das bedeute aber längst nicht, dass jede Baustelle gleich ist. „Es gibt immer neue Herausforderungen, sei es bei Verkehrswegen, Infrastruktur oder der Witterung“, erklärt der Bauleiter. „Alle Gewerke so zu planen, dass am Ende das herauskommt, was sich der Baueigentümer vorstellt, ist die große Herausforderung“, sagt Rudolph.

Zusammenbau am Boden: Das Maschinenhaus wird von den Arbeitern vormontiert.

Bei den Teams wird schnell klar, dass jeder Handgriff sitzt. Für die am weitesten fortgeschrittene Baustelle wird das Maschinenhaus, also der Teil, an dem auch die Rotorblätter montiert werden, in kürzester Zeit zusammengebaut. 

Zwei Stunden später schwebt die Last bereits auf Millimeter genau am über 150 Meter hohen Schwerlastkran durch die Luft. Die notwendigen Teile für die weiteren Arbeiten lassen nicht auf sich warten. „So ein Kran darf nicht ungenutzt stehen“, sagt Nagel im Hinblick auf die Kosten, die solche Spezialgeräte verursachen. Deshalb stehen unter anderem schon der Ringgenerator und die Rotorblätter für die in Kürze erfolgende Montage bereit. Im Turm selbst geht es für die Bauarbeiter übrigens zu Fuß in luftige Höhe. Die sogenannte Aufstiegshilfe, ähnlich eines Fahrstuhls, wird erst am Ende eingebaut und von einem Prüfinstitut abgenommen.

Kontakt mit der Region

Damit das gesamte Bauprojekt reibungslos ablaufen kann, kommt Henrike Nagel ins Spiel. „Die gesamte Projektentwicklung, Windparkplanung und enge Absprachen mit Grundstückseigentümern und Behörden gehören zu meinen Aufgaben“, sagt die Diplom-Meteorologin. 

Windpark in der Gemeinde Kalefeld entsteht

Durch die enge Zusammenarbeit der Teams wird es möglich, dass die Anlagen Ende März ans Netz gehen. Dafür ist der Leitungsbau zum Umspannwerk bei Münchehof bereits abgeschlossen.

Projekt der Superlative in Zahlen

2,35 Megawatt leistet jede der drei Windenergieanlagen.

9,7 Tonnen wiegt ein Rotorblatt. Sie sind aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) gefertigt.

30 Mitarbeiter sind aktuell durchschnittlich im Windpark tätig.

44 Meter lang sind die Rotoren. Der Gesamtdurchmesser beträgt 92 Meter. 

138 Meter beträgt die Nabenhöhe der Windenergieanlagen.

650 Kubikmeter Beton sind für jedes Fundament notwendig. Ein Betonmischer fasst acht Tonnen – also etwa 82 Transporte pro Fundament.

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Rubriklistenbild: © Mennecke/HNA

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