DFB fördert Training mit Flüchtlingen in Sebexen

Trainieren gemeinsam: Die zweite Herren-Mannschaft des FC Auetal und die vier aus dem Irak stammenden Flüchtlinge Aeid (kniend von rechts), Saeed, Aziz und Akram. Foto: Schwekendiek

Sebexen. Der FC Auetal erhält 500 Euro von der DFB-Stiftung Egidius Braun für sein Engagement in der Flüchtlingshilfe. Wir haben die Fußballer beim Training besucht.

Unterhalten können sie sich zwar kaum, trotzdem gehören die vier in Sebexen lebenden Flüchtlinge aus dem Irak inzwischen fest zum Team der zweiten Herrenmannschaft des FC Auetal. Eher zufällig haben beide Seiten vor ein paar Monaten zueinander gefunden. Vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) gab es für das Engagement des Vereins jetzt eine Förderung in Höhe von 500 Euro.

„Irgendwann haben wir gemerkt, dass die Vier oft auf dem kleinen Feld an der Schule gespielt haben, während wir nebenan auf dem Sportplatz trainiert haben“, erinnert sich FC-II-Trainer Dennis Runschke. „Als uns ein paar Leute fehlten, haben wir sie einfach gefragt, ob sie nicht gemeinsam mit uns trainieren wollen.“

Seit Anfang September leben Aeid, Saeed, Aziz und Akram, die zwischen 22 und 28 Jahre alt sind, in Sebexen. Sie alle sind aus dem Irak geflohen und mittlerweile in Deutschland als Flüchtlinge anerkannt. Dank des Engagements von Bernd Hornkohl, Ehrenamtsbeauftragter des Niedersächsischen Fußballverbands (NFV) im Kreis Northeim-Einbeck, besuchen sie seit kurzem täglich einen Deutschkurs der Werk-statt-Schule in Northeim.

Auf dem Rasen kann Integration auch ohne viele Worte funktionieren, stellten die Fußballer des FC Auetal fest. „Wir haben ihnen erstmal recht einfache Übungen gezeigt, die sie dann nachmachen konnten“, sagt Runschke. Mit der Zeit habe das immer besser funktioniert, so dass der Verein jetzt sogar Spielerpässe für Aeid, Saeed, Aziz und Akram beantragt hat. Damit dürfen sie am Punktspielbetrieb teilnehmen.

Beim Ausfüllen der Anträge half ihnen ein Iraker, der seit vielen Jahren in Kalefeld lebt. „Bei diesem Treffen haben wir grundlegend alle Fragen geklärt, denn das war bisher der einzige Tag, an dem wir einen Dolmetscher hatten“, berichtet Runschke.

Weil die vier Iraker zunächst mit Straßenschuhen und Jeans trainierten, schenkten ihre neuen Mannschaftskollegen ihnen gebrauchte Trainingsanzüge, Fußballschuhe und Stutzen. „Darüber hinaus haben wir dann nach Fördermöglichkeiten gesucht“, so Runschke. Dabei stießen die Fußballer auf die Initiative „1:0 für ein Willkommen“ der DFB-Stiftung Egidius Braun.

Die DFB-Stiftung fördert vorrangig soziale Integration, aktuell in Deutschland die Flüchtlingshilfe. Anfang November erhielt der FC Auetal die Fördersumme von 500 Euro. Damit will der Verein den Flüchtlingen neue Trainingsanzüge kaufen. Die Spielerpässe sollen ebenfalls von dem Geld finanziert werden.

Förderung auch für Mackensen und Bishausen

Neben dem FC Auetal haben bisher zwei weitere Vereine im Landkreis 500 Euro von der DFB-Stiftung Egidius Braun für ihr Engagement in der Flüchtlingshilfe erhalten.

Der SV Mackensen setzt sich bereits seit Längerem für zwei syrische Flüchtlingsfamilien ein, ermöglicht den jungen Männern das Fußballtraining und den Frauen Sportkurse im Verein.

Die SSG Bishausen unterstützt mit dem Geld ebenfalls fußballinteressierte Flüchtlinge. Außerdem hat der Verein Straßenfußballern in Kenia Trikots gespendet.

Antragsberechtigt für die Förderung sind alle DFB-Mitgliedsvereine, die sich mit Angeboten und Aktionen für Flüchtlinge einsetzen. Die Fördermittel können formlos bei der Stiftungsgeschäftsstelle in Hennef beantragt werden, E-Mail info@egidius-braun.de.

www.egidius-braun.de

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