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Willershäuser Kirchenglocke von 1949 steht wieder vor St. Alexanderkirche am Ehrenmal

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Von: Rosemarie Gerhardy

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Die restaurierte Kirchenglocke kommt zurück nach Willershausen: (von links) Ortsbürgermeister Uwe Denecke sowie vom Heimatverein Jan-Hendrik Martin und Elmar Dette beim Einpassen auf den Ständer.
Die restaurierte Kirchenglocke kommt zurück nach Willershausen: (von links) Ortsbürgermeister Uwe Denecke sowie vom Heimatverein Jan-Hendrik Martin und Elmar Dette beim Einpassen auf den Ständer. © Rosemarie Gerhardy

Unter Anteilnahme von rund 60 Willershäusern schwebte am Donnerstagabend die frisch restaurierte Kirchenglocke wieder ein.

Willershausen – Baggerführer Nils Hahn hob die 850 Kilogramm schwere Stahlglocke vorsichtig an, Jan-Hendrik Martin und Elmar Dette vom Heimatverein führten die Glocke über ihre Halterung neben dem Ehrenmal am Fuße der St. Alexanderkirche, sodass sie dort punktgenau abgesetzt werden konnte. Anschließend schlug Ortsbürgermeister Uwe Denecke die Glocke mit einem Gummihammer an, sodass ihr warmer Ton erklang. Er dankte allen, die sich für die Restaurierung der Stahlglocke eingesetzt hatten,

Heiko Jäckel, Vorsitzender des Heimatvereins, berichtete, dass die Glocke, die seit 1993 neben dem Mahnmal steht, deutlich Rost angesetzt hatte. Im Herbst vergangenen Jahres wurde sie deshalb abgebaut und zu einer Spezialfirma nach Goslar zur Restaurierung gebracht. Hier wurde sie unter anderem gesandstrahlt und pulverbeschichtet. Die Schriftzüge brachte die Willershäuserin Sabrina König wieder auf.

Rund 1400 Euro hat die Sanierung gekostet. Davon wurden 1000 Euro über den Ehrenamtsfonds der Harzenergie finanziert. Der Rest wurde von der Kirchengemeinde und einer Privatspende getragen.

Jäckel berichtete, dass die Glocke die Menschen seit 44 Jahren in Willershausen begleitet. Die Vorgängerin der Stahlglocke war laut Jäckel aus Bronze und wurde am Ende des Zweiten Weltkrieges beschlagnahmt und eingeschmolzen. So waren damals nur noch die kleinste Glocke des Hauptgeläuts und die noch kleinere Stundenglocke außen am Turmhelm vorhanden. Trotz großer Armut in den Nachkriegsjahren gelang es der Kirchengemeinde, genug Geld für die große Glocke zu sammeln. Für eine Bronzeglocke reichte das Geld damals jedoch nicht. Die Stahlglocke wurde bei der Eisengießerei Weule in Bockenem in Auftrag gegeben. Am 8. Mai 1949 erhielt die „Jubilate“ genannte Glocke dann Einzug in die Alexanderkirche.

Als um 1990 festgestellt wurde, dass die Glocke einen nicht sichtbaren Haarriss hatte, musste sie abgebaut werden. Die Kirchengemeinde schaffte es laut Jäckel erneut, Geld für eine neue Glocke aus Bronze zu beschafften, die dann die Stahlglocke 1993 in der Kirche ablöste. Die Stahlglocke sollte aber nicht verschrottet werden, sondern als Denkmal am Ort erhalten bleiben. Als neuer Platz wurde deshalb der Standort am Mahnmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges gewählt. (Rosemarie Gerhardy)

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