Außenstelle von Echte?

Kalefelder Rat beschließt das Aus für Grundschule Düderode

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Soll 2019 geschlossen werden: Die Grundschule in Düderode. Der Gemeinderat votierte mehrheitlich für die Aufhebung der Schule, wünscht sich aber, dass eine weitere Beschulung in Düderode als Außenstelle von Echte geprüft wird.

Kalefeld. Die Grundschule in Düderode soll im Sommer 2019 geschlossen werden. Das beschloss der Kalefelder Gemeinderat am Donnerstagabend mit 13 Ja-Stimmen.

Sechs Ratsmitglieder votierten dagegen. Das Gemeindeparlament hob damit einen anderslautenden Beschluss auf Weiterführung der Grundschule vom August 2016 auf. Ganz verabschieden vom Schulstandort Düderode wollten sich die meisten Ratsmitglieder dennoch nicht. Sowohl Edgar Martin (FWG) als auch der aus Düderode stammende André Neubauer (SPD) hatten als Kompromiss vorgeschlagen, dass die Verwaltung prüft, ob das Schulgebäude in Düderode auch über 2019 hinaus für eine Beschulung nutzbar sei. Denkbar sei eine Außenstelle der Grundschule in Echte, wohin die Düderöder Schüler nach der Aufhebung ihrer Schule gehen müssen.

Martin erhob den Vorschlag zum Antrag, und dieser wurde mit der 14:5 Stimmen angenommen und an den Schließungs-Beschluss angefügt.

Die Schulschließung war von der Verwaltung erneut vorgeschlagen worden, nachdem Gespräche mit dem Landkreis mit Ziel eines dauerhaften Bestands dieser zweiten Grundschule im Gemeindegebiet gescheitert waren.

Der Landkreis hatte als Kommunalaufsicht und zugleich Eigentümer des Düderoder Schulgebäudes darauf beharrt, dass sich die Gemeinde zwei Schul-Standorte aus Kostengründen und wegen sinkender Schülerzahlen nicht leisten könne. Schließlich stehe sie noch unter dem Sparzwang des Zukunftsvertrags mit dem Land. Eine Verlängerung des Mietvertrags über 2019 hinaus werde es nicht geben.

Der Weiterführung der Schule in Düderode bis 2019 werde nur zugestimmt, weil in der Echter Grundschule noch ein Klassenraum fehle, um die größere Schülerzahl unterrichten zu können. Auch fehlten noch Umbauten, um die Schule für Kinder mit Behinderungen fit zu machen.

Die Nachrüstungen der Schule in Echte mit einem Klassenraumanbau und nötigen Investitionen für die inklusive Beschulung werden bis 2019 abgeschlossen sein, versicherte vor der Abstimmung Kalefelds Bürgermeister Jens Meyer (SPD). Das Baukonzept mit Varianten gebe es, Einzelheiten müssten jetzt zügig festgelegt werden. Beide Schulen sollen zuvor ein Konzept für die gemeinsame Beschulung erstellen.

Im Vorfeld des Schließungs-Beschlusses gab es eine heftig geführte Debatte. So sprach zum Beispiel Otto Gropp (SPD) von einer „Entmündigung der Gemeinde durch den Landkreis“. Auch Ingo Redeker (Grüne) und Wolfgang Meuschke (CDU) hatten für den unbegrenzten Erhalt der Grundschule Düderode plädiert. Meuschke: „Hier wird eine Planung durchgezogen, die den Bedürfnissen der Menschen widerspricht.“

Gegen die Schulschließung zum Sommer 2019 sprachen sich in namentlicher Abstimmung Wolfgang Meuschke (CDU), André Neubauer (SPD), Otto Gropp (SPD), Uwe Denecke (SPD), Kersten Sander (CDU) und Ingo Redecker (Grüne) aus.

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