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Hightech fürs Trinkwasser: So entstehen Edelstahl-Behälter in Kalefeld

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Motoren, Absauganlagen und mehr: An dieser Maschine werden zwei Edelstahl-Bahnen miteinander verschweißt. Das geschieht mit einer Geschwindigkeit von gut 90 Zentimetern pro Minute – schneller als jede Handarbeit.

Dass die zwei Edelstahl-Trinkwasserbehälter im neuen Wasserhochbehälter Weißenwasser in Kalefeld in Minutenschnelle in die Höhe wachsen, ist modernster Technik und speziell ausgebildeten Mitarbeitern der Firma Hydro-Elektrik aus Ravensburg zu verdanken.

Sie haben ihre Arbeit am Dienstagabend vorgestellt – viele Mitarbeiter aus Rat und Verwaltung sowie Ingenieur Dirk Schrader waren dabei.

Die zwei Behälter mit insgesamt 500 Kubikmetern Fassungsvermögen haben zu allererst einen Boden aus Estrich bekommen. Darauf wurde ein Schienensystem installiert, das die Edelstahlplatten für den Boden „wie Kuchenstücke aufnehmen kann“, hieß es vor Ort. 

Nächster Schritt war der Deckel des Tanks, der mit einem Hydraulikzylinder auf 2,7 Meter Höhe angehoben wurde. Was dann folgt, konnten die Mitarbeiter am Abend eindrucksvoll demonstrieren. Eine Edelstahlrolle wird wie eine Spirale immer weiter abgerollt und von einem „Traktor“, einem hydraulischen Schweißgerät, das gleichzeitig als Antrieb fungiert, direkt verschweißt. Der Tank wächst so immer weiter in die Höhe. Das Ganze passiert mit einer beeindruckenden Geschwindigkeit von 87 bis 90 Zentimeter pro Minute.

So sieht der fast fertige Behälter 1 im neuen Wasserhochbehälter aus. Hier erfolgen noch Restarbeiten.
Nach dem Schweißen wird die Naht gesandstrahlt und wie hier auf dem Foto automatisch poliert.

Nach dem Schweißen der Naht wird diese von weiteren Maschinen gesandstrahlt, geschliffen und poliert. Den ganzen Prozess samt Einstellen der Maschinen und kontrollieren des Ergebnisses überwachen speziell ausgebildete Mitarbeiter der Firma Hydro-Elektrik, die regelmäßig in diesem Prozedere geschult werden. Das Ergebnis im neuen Hochbehälter kann sich sehen lassen: Gut 5,9 Meter sind die Behälter hoch, 7,5 Meter haben sie im Durchmesser. Der Wassermeister kann künftig über eine Treppe am Behälter auf einer Brücke alle notwendigen Wartungen erledigen und auch in die Tanks schauen. Sollten diese mal gereinigt werden müssen, ist dieses im Vergleich zu früher spielend leicht möglich. Ein Schlitten fährt, ausgestattet mit einem Hochdruckreiniger, von innen an der Wand entlang und reinigt sie. Der Arbeitsaufwand wird so mindestens halbiert.

In dem neuen Gebäude bleibt es übrigens ganzjährig angenehm kühl: Etwa neun Grad werden es aufgrund der hohen Wassermenge und der Stahltanks sein.

Hintergrund: Großprojekt, das mehrfach Geld spart

Dem Neubau des rund 1,5 Millionen Euro teuren Wasserhochbehälters ermöglicht eine ganze Reihe von Einsparung. Zwei andere Hochbehälter werden durch ihn überflüssig und fallen weg. Außerdem wird ein neuer Filter eingebaut, der es nicht mehr erforderlich macht, an so vielen Standorten teure Chloranlagen vorhalten zu müssen. Mit dem neuen, 25 Meter höheren Standort des Weißenwasser-Hochbehälters wird der Druck von selbst um 2,5 Bar höher. Das spart Strom für Pumpen. Bei den alten, ausgefliesten Behältern war der Wasserverlust außerdem sehr hoch. Und: Die neuen Edelstahlbehälter bieten eine bessere Wasserqualität und sind leichter zu reparieren.

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