Baubeginn für 1,4 Millionen Euro teure Vererdungsanlage in Kalefeld

Gemeinde Kalefeld investiert in günstige Klärschlammentsorgung

Mit dem ersten Spatenstich hat jetzt offiziell der Bau der neuen Vererdungsanlage für Klärschlamm zwischen Kalefeld und Sebexen begonnen. Dabei waren (von links) Manfred Gropengießer, Volker Hübchen, Jens Meyer, Karl-Toni Zöller, Cornelia Lüdecke, Ralf Breitenbach und Stefan Rehfus. 
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Mit dem ersten Spatenstich hat jetzt offiziell der Bau d er neuen Vererdungsanlage für Klärschlamm zwischen Kalefeld und Sebexen begonnen. Dabei waren (von links) Manfred Gropengießer, Volker Hübchen, Jens Meyer, Karl-Toni Zöller, Cornelia Lüdecke, Ralf Breitenbach und Stefan Rehfus. 

Im Sommer 2020 soll die neue Vererdungsanlage für Klärschlamm in Betrieb gehen. „Damit werden wir zukunftsweisend aufgestellt sein“, sagte Kalefelds Bürgermeister Jens Meyer.

Kernstück der neuen Anlage sind drei Schilfbeete auf eine Gesamtfläche von rund 14.000 Quadratmeter. In diese Beete wird der Nassschlamm aus der Kläranlage eingeleitet, der bei der Aufbereitung der Abwässer anfällt und bis zu 99 Prozent Wasser enthält.

Die Steuerung und Überwachung der Anlage erfolgt vollautomatisch, erklärt die Firma Eko-Plant aus Neu-Eichenberg, die die Anlage in Kooperation mit der Firma Gropengießer in Wulften und der Planerin Cornelia Lüdecke vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Northeim baut.

Schärfere Grenzwerte

Mit der neuen Anlage reagiert die Gemeinde Kalefeld insbesondere auf die schärfer werdenden Grenzwerte für Klärschlämme, die es wesentlich schwieriger als bisher machen, den anfallenden Klärschlamm als Dünger auf den Feldern auszubringen.

Die Schilfpflanzen in den Beeten entziehen dem Klärschlamm einen Teil des Wassers durch Verdunstung, der andere Teil sickert durch die Wurzelschicht und wird zur Kläranlage zurückgeleitet. Die Feststoffe des Schlamms verbleiben in der Wurzelschicht, in der sie mithilfe von Mikroorganismen mineralisiert werden.

Klärschlammerde als Düngemittel

Nach sieben bis acht Jahren Betrieb wird eines der Beete in eine Ruhephase geschickt, in der der Schlamm weiterhin stark entwässert und abgebaut wird. Die bei der anschließenden Räumung anfallende Klärschlammerde lässt sich flexibel verwerten, sagen die Fachleute. Landwirte können sie als organisches und phosphorhaltiges Düngemittel nutzen. 

Sie kann aber auch in Verbrennungsanlagen entsorgt werden. Nach der Räumung wird das Beet erneut für die Vererdung genutzt.Das naturnahe Verfahren kommt ohne chemische Zusatzstoffe aus. Es verringert die Schlammenge um mehr als 90 Prozent.

CO2-Bilanz sei hervorragend

Allein dadurch und verbunden mit dem deutlich geringeren Stromverbrauch sei die CO2-Bilanz dieses Systems hervorragend, betonen die Macher. Anlagen dieser Art werden unter anderem in Katlenburg-Lindau, Adelebsen, Eschershausen und Bad Grund genutzt.

Bisher entwässerte Kalefeld den Nassschlamm mit einer in die Jahre gekommenen Siebbandpresse. Dabei mussten große Mengen an Zusatzstoffen wie Kalk und Polymere, Energie und Arbeit eingesetzt werden.

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