Kalefeld: Noch nie so viele Narren im Alten Amt

Kalefeld. Die Jecken haben Kalefeld bei ihrem großen Umzug beherrscht: 25 Motivwagen, gezogen von starken Schleppern, und mehr als drei Dutzend bunt kostümierte Fußgruppen zogen durch den Ort, beklatscht von von vielen hundert Zuschauern.

„Es ist der größte Zug, den wir in Kalefeld bisher hatten“, sagte ein Vertreter der Interessengemeinschaft Kalefelder Karneval (IGKK), die die närrischen Tage organisiert hatte.

Narren und Zuschauer trotzten am Samstag Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und Schneeflocken, die auf den Nasen aller tanzten. Doch die Aktiven hatten vorgesorgt: Der eine oder andere „kleine Klopfer“ wärmte von innen. Das Übrige taten warme Klamotten.

Dass Kalefeld mit seinen Ortschaften zu den schrumpfenden Kommunen im Landkreis zählt, darauf machte ein Wagen mit der drastischen Warnung „Kalefeld stirbt aus“ aufmerksam. Das im Stil eines Friedhofs gehaltene Gefährt mit Grabsteinen und Kreuzen war denn auch mit Geistern und Vampiren besetzt.

Geister und Vampire bildeten auch an anderen Stellen beliebte Motive, die oft ausgesprochen aufwändig und mit viel Liebe zum Detail umgesetzt worden waren.

Die große Berliner Politik spielte nur eine winzige Nebenrolle. Auf einem Bollerwagen, geschmückt unter anderem mit Fotos von Bundeskanzlerin Angel Merkel, Außenminister Sigmar Gabriel und dem gescheiterten SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz war zu lesen: „Ob GroKo oder Jamaika, bis ihr was habt, schlafen wir weiter“.

Das ländliche Leben nahmen die Karnevalisten ebenfalls auf die Schippe: „Kommt die Milch in Würfeln raus, fiel im Stall die Heizung aus!“

Nach dem Umzug folgte im voll besetzten Festzelt eine große Party bis zum Abwinken. 

Kalefelder Karneval: Rekord-Umzug im Alten Amt

Einer der karnevalistischen Höhepunkte in unserer Region ist der Fritzlarer Rosenmontagsumzug. Er ist der größte in Nordhessen und Südniedersachsen. Wir übertragen ihn live im Video auf HNA.de.

Rubriklistenbild: © Niesen

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