Typisierungsaktion am 21. Mai

Kalefelderin hat Blutkrebs: Anja Reinecke benötigt Stammzellen

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Wollen Anja Reinecke (vorn Mitte) und anderen Leukämie-Patienten helfen: Rolf Wulkop (hinten von links), Doreen Hantke, Marie Hartmann und Jens Meyer sowie Susanne Fischer-Turkalj (vorn links) und Joan Urbasik.

Kalefeld. Knapp zwei Monate ist es her, als Anja Reinecke die dramatische Diagnose bekam: Blutkrebs. „Ich war komplett geschockt", erinnert sich die Kalefelderin.

Nach vielen Untersuchungen im Göttinger Universitätsklinikum war schließlich klar: Nur eine Chemotherapie mit Stammzelltransplantation kann das Leben der 48-Jährigen retten.

„Als wir davon gehört haben, wollten wir unbedingt helfen“, erzählen Joan Urbasik und Susanne Fischer-Turkalj. Beide arbeiten als Medizinische Fachangestellte und kennen Anja Reinecke gut. Und sie wissen, wie schwer es ist, einen passenden Stammzellenspender zu finden.

Auch der Kalefelder Pastor Rolf Wulkop hatte inzwischen von Anjas Diagnose gehört. Ihm war ebenfalls klar: „Wir müssen irgendetwas tun.“ So entstand schließlich die Idee, eine Typisierungsaktion ins Leben zu rufen.

Als Unterstützung holten die drei einige Freunde ins Boot, darunter Doreen Hantke, Marie Hartmann und Bürgermeister Jens Meyer als Schirmherr für die Aktion. Sie sammelten Geld für die Typisierungen, richteten ein Spendenkonto ein und suchten Kontakt zur Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Schließlich stand der Termin: Samstag, 21. Mai.

„Einen Tag später überbrachte Anja uns dann die freudige Nachricht, dass bereits zwei potenzielle Spender für sie gefunden wurden und die Transplantation im Mai erfolgen soll“, erzählt Joan Urbasik. Was nun? Die Typisierungsaktion abblasen? „Nein, das kam nicht infrage“, sagt sie. Schließlich bedeute jede Typisierung für einen anderen Erkrankten weltweit eine neue Hoffnung.

Kurzerhand wurde die Aktion „Hilfe für Anja“ in „Hilfe für Anja und andere“ umbenannt. Am Samstag, 21. Mai, können sich nun alle Menschen zwischen 17 und 55 Jahren, die Leukämiekranken weltweit helfen wollen, zwischen 11 und 16 Uhr in der Auetalschule typisieren lassen (Ausweis mitbringen). Wer bereits bei einer Stammzellspenderdatei registriert ist oder als Spender nicht infrage kommt, kann die Aktion mit Spenden unterstützen.

Schon in den ersten Wochen sei die Spendenbereitschaft überwältigend gewesen, berichtet Rolf Wulkop. Bei vielen Veranstaltungen wurden Spendendosen herumgegeben, und auch in den nächsten Wochen wollen die Helfer weiter Geld sammeln. Schließlich kostet die Registrierung jedes neuen Spenders rund 40 Euro.

Auch Anja Reinecke, die von der Krankheit sichtlich gezeichnet ist, ist von der Hilfsbereitschaft gerührt. Sieben Wochen hat sie bereits im Krankenhaus verbracht, vor der Transplantation muss sie wieder eine längere Zeit in der Klinik verbringen. Da die Stammzellenspender noch bis kurz vor der Transplantation zurückziehen können, drücken ihr alle aus dem Team die Daumen, dass die Transplantation erfolgreich verläuft.

Hintergrund: Stammzellenspende

Bei der Typisierung werden jedem Spender fünf Milliliter Blut abgenommen. Anschließend werden im Labor die Gewebemerkmale bestimmt. Da alle Spenderdateien miteinander vernetzt sind, müssen Menschen, die bereits registriert sind, nicht erneut mitmachen. Die Stammzellenspende selbst ist nicht mehr zwingend mit einer Operation verbunden. Die Zellen werden entweder aus dem Beckenkamm oder wie bei einer Blutspende aus einem Blutgefäß entnommen.

DKMS-Spendenkonto

Sparkasse Marburg-Biedenkopf

Stichwort „Anja“

IBAN DE83 5335 0000 0090 0074 91

BIC HELADEF1MAR

www.facebook.com/Hilfe.fuer.Anja

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