Kalefeld: Keine Mehrheit in Sicht

Ergebnisse der Gemeinderatswahl

Ergebnisse der Gemeinderatswahl in Kalefeld
+
Ergebnisse der Gemeinderatswahl in Kalefeld

Die Wahlbeteiligung für die Gemeinderatswahl in Kalefeld ist deutlich gestiegen. Doch auch in Zukunft wird die politische Lage im Gemeinderat voraussichtlich nicht einfach sein. Es gilt Mehrheiten zu finden.

Kalefeld – Die Wahlbeteiligung in Kalefeld ist bei der Gemeinderatswahl um 10,3 Prozent auf 68,8 Prozent gestiegen. Für klare Mehrheitsverhältnisse hat sie jedoch nicht gesorgt: Der mit 54,9 Prozent im Amt bestätigte Bürgermeister Jens Meyer (SPD) verfügt weiterhin über keine eigene Mehrheit im Gemeinderat. Die mit ihm nun neun Vertreter seiner Partei stehen vier CDU-, zwei Grünen- und vier FWG-Mandate gegenüber.

Die SPD gewann im Vergleich zur Kommunalwahl 2016 ein Mandat hinzu und verfügt jetzt über acht Sitze plus das Mandat des Bürgermeisters kraft Amtes.

Die CDU musste von ihren bisher fünf Mandaten eins abgeben und verfügt nur noch über vier Sitze. Die Grünen gewannen ein Mandat dazu und stellen jetzt zwei Ratsmitglieder.

Zusammen mit der CDU hatten die Grünen im alten Gemeinderat eine Gruppe gebildet.

Wie die CDU musste auch die FWG Federn lassen. Sie verlor ein Sitz und verfügt jetzt über vier. Damit liegt die Sitzverteilung bei neun zu zehn in der neuen Wahlperiode. In der alten lag sie noch bei acht zu elf.

Jens Meyer und die SPD mussten sich in der Vergangenheit jeweils wechselnde Mehrheiten suchen, wenn beide Projekte durchsetzen wollten. Wenn es bei der bisherigen Konstellation bleibt und Verhandlungen der Parteien untereinander nicht doch noch für eine konstante Mehrheit im Gemeinderat sorgen, beispielsweise durch eine Kooperation zwischen SPD und Grünen, wird sich daran nichts ändern.

Der alte und neue Bürgermeister betonte gestern seine Gesprächsbereitschaft „auf allen Ebenen“ und warb für eine „sachorientierte Zusammenarbeit“ im politischen Alltag. „Politik ist ein Kompromissgeschäft“, sagte er mit Verweis auf die Einwohner, die eine konstruktive Zusammenarbeit verdienten.

SPD

Der bisherige SPD-Fraktionsvorsitzende, Herbert Bredthauer, sieht die kontinuierliche Verbesserung des Wahlergebnisses seit 2011 als Anerkennung dafür, dass seine Partei Politik für die Bürger mache. „Daran werden wir weiterarbeiten“, verspricht Bredthauer.

FWG

Der Fraktionsvorsitzende der FWG, Armin Bock, der Meyer noch am Wahlabend zu seinem Sieg bei der Bürgermeisterwahl gratuliert hatte, sagte, er habe ihm bei dieser Gelegenheit die Zusammenarbeit angeboten. „Die Themen bleiben. Wir müssen daran arbeiten,“ blickt er nach vorne, auch wenn die FWG der Verlust des einen Sitzes schmerzt.

Die Grünen

Die unterlegene Bürgermeisterkandidatin Nina Rehmsmeier zeigte sich für mögliche Kooperationen zwischen den Parteien offen. „Reden kann man immer miteinander.“

CDU

Zunächst will sie sich aber mit ihrem neu in den Gemeinderat gewählten Parteifreund Gerd Winkler über das weitere Vorgehen beraten. CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Meuschke forderte, die Fraktionen müssten zusammenarbeiten, „gegebenenfalls auch ohne den Bürgermeister“.

Dieser müsse mehr auf sie eingehen. „Meyer ist der Bürgermeister aller. Das hat er noch nicht so richtig verstanden“, erklärt Meuschke nach der Wahl.

Ob die Zusammenarbeit den Grünen fortgesetzt werden, ließ er am Wahlabend offen. „Das müssen wir sehen.“ (Hans-Peter Niesen)

Sie wurden gewählt

Für die SPD: Jens Meyer (1584 Stimmen), André Neubauer (334), Uwe Denecke (277), Dr. Lars Aschermann (244), Rudolf Kunz (200), Ingo Henne (196). Katrin Fröchtenicht (149), Herbert Bredthauer (99) und Eric Schluß (123 Stimmen).

Für die CDU: Janet Ude 358, Wolfgang Meuschke 300 und Thorsten Kühn 280. Über die Liste: Kersten Sander 122.

Für die Grünen: Nina Rehmsmeier (770) und Gerd Winkler (35).

Für die FWG: Edgar Martin (430), Armin Bock (344), Harald Ude (255) und Klaus Oppermann 168. (zhp)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.