Suche nach der Ursache hat begonnen

Klärschlamm in der Gemeinde Kalefeld mit Cadmium belastet

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Zuständig für das Abwasser in der Gemeinde Kalefeld: Die kommunale Kläranlage zwischen Kalefeld und Sebexen. Im Klärschlamm wurden erhöhte Spuren von Cadmium festgestellt. 

Kalefeld. Woher kommt die Cadmium-Belastung im Klärschlamm des Klärwerks der Gemeinde Kalefeld? Dieser Frage geht die Gemeindeverwaltung aktuell nach.

In einer der routinemäßigen Proben sei eine erhöhte Cadmium-Belastung festgestellt worden. Das hatte die Gemeindeverwaltung kürzlich in einer öffentlichen Sitzung mitgeteilt. Vor Ort hieß es, es sei unklar, woher die Belastung komme. Weitere Fragen der HNA zu dem Thema bleiben aber unbeantwortet. „Es laufen mehrere Verfahren mit vielen Beteiligten“, sagt Gemeindebürgermeister Jens Meyer im Gespräch mit der HNA. Wann diese abgeschlossen seien und es nähere Informationen zu dem Vorfall gebe, sei noch nicht klar.

Nach HNA-Recherchen regelt die Klärschlamm- und Düngemittel-Verordnung die maximale Cadmium-Konzentration, die in dem Schlamm enthalten sein darf, um unter anderem auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht zu werden. Sind die Grenzwerte überschritten, muss der Klärschlamm in die thermische Verwertung, sprich teuer verbrannt werden. Der Grenzwert für Cadmium liegt nach der neuen Düngemittel-Verordnung bei 1,5 Milligramm pro Kilogramm Trockenmasse.

Bestandteil von Batterien

Weitere Grenzwerte für Klärschlamm sind für Blei, Chrom, Kupfer, Nickel, Quecksilber und Zink festgesetzt. Cadmium selbst wird unter anderem in Batterien verwendet, ist Bestandteil von Eisen-Korrosionsschutz und Stabilisator für den thermoplastischen Kunststoff PVC.

Bis zur nächsten Saison nach der Ernte habe man das Problem gelöst, heißt es aus dem Rathaus. Die Problematik bestärkt Meyer aber in seinem Vorhaben, auf „andere Wege zu setzen, in unserem Fall auf eine Klärschlamm-Vererdungsanlage“, so Meyer.

Die Überschreitung des Cadmium-Grenzwertes ist ein bundesweites Problem, das nach HNA-Recherchen immer wieder mal auftritt. Dabei werden unter anderem Ingenieurbüros mit der Ursachensuche beauftragt, die auch mögliche Probleme durch Dritteinleiter untersuchen.

Probleme mit Dioxin im Klärschlamm im Schwalm-Eder-Kreis

In der Gemeinde Ottrau im Schwalm-Eder-Kreis wurde eine Dioxin-Belastung im Klärschlamm festgestellt. Die Werte in der Kläranlage Görzhain/Weißenborn hätten laut Bürgermeister Norbert Miltz die "Grenzwerte erheblich überschritten". Er will  jetzt die Staatsanwaltschaft einschalten.

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