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Forderung: Schutzwände wieder durchgängig bauen

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Von: Rosemarie Gerhardy

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Der Lärm von der Autobahn 7 ist für die Anwohner der Kahlbergstraße in Düderode wie Familie Seifert kaum auszuhalten: (von links) Elke, Nicole, Kristin und Fabian Seifert.
Der Lärm von der Autobahn 7 ist für die Anwohner der Kahlbergstraße in Düderode wie Familie Seifert kaum auszuhalten: (von links) Elke, Nicole, Kristin und Fabian Seifert. © Hubert Jelinek

Familie Seifert aus Düderode ist an das Wohnen in Autobahnnähe gewohnt. Vor dem Ausbau der A7 sei immer ein leises Rauschen zu hören gewesen, das hätte ihr Leben aber nicht weiter beeinträchtigt, berichtet Fabian Seifert im Gespräch mit der HNA. Doch das habe sich mit dem dreispurigen Ausbau geändert.

Oldenrode/Düderode – Nun könne man nicht mehr bei offenem Fenster schlafen, auch beim Aufenthalt im Garten störe der Lärm massiv, vor allem, wenn Laster vorbeifahren.

Eigene Messungen hätten Werte von bis zu 60 Dezibel ergeben, berichtet der Familienvater.

Die Familie wie auch andere Anwohner in Düderode, aber auch in Oldenrode, wo sich die Lage vergleichbar darstellt, ärgert es, dass die Lärmschutzwand nicht wie vor dem Ausbau durchgängig gebaut wurde. „Denn sobald die Fahrzeuge hinter der Wand sind, hört man sie nicht mehr“, so Seifert.

Bürgermeister Jens Meyer (SPD) kennt die Problematik vor Ort. Vor den Baumaßnahmen sei der Lärmschutz in Ordnung gewesen, aber jetzt sei eine „gravierende Änderung“ eingetreten. Die Gemeinde hätte sogar aus Eigenmitteln für 50 000 Euro schon eine 50-Meter-Verlängerung der Lärmschutzwand bei Oldenrode finanziert, aber leider sei das wohl immer noch nicht ausreichend.

Aufgrund einer Lärmsimulation sei in der Planfeststellung auf einen durchgängigen Lärmschutz verzichtet worden, da beim Ausbau nun auch sogenannter Flüsterasphalt zum Einsatz komme. Darauf würde sich das vom Bund mit dem Ausbau beauftragte Unternehmen Via Niedersachsen berufen. Aus Meyers Sicht stelle sich jedoch die Frage, ob nicht nachjustiert werden müsse, wenn die prognostizierten Werte aus der Simulation nicht der Realität entsprächen. Er fordert deswegen, dass es offizielle Messungen geben soll, sieht dort den Bund in der Verantwortung und hofft, dass es zu einer Lösung mit dem Verkehrsministerium und Via Niedersachsen kommt.

Dr. Lars Aschermann SPD-Ratsherr
Dr. Lars Aschermann SPD-Ratsherr © ROLAND SCHRADER

SPD-Ratsherr Dr. Lars Aschermann, der sich für die Interessen der anliegenden Bürger engagiert, betont, dass im Nah- und Fernbereich anhand von Eigenmessungen in Düderode die Schallmesswerte die gültigen Grenzwerte der Misch- und Wohngebiete überschritten würden. Seit dem Planfeststellungsverfahren habe es eine Änderung der Richtlinien für den Lärmschutz (RLS) gegeben. Nach der nun gültigen Richtlinie würden andere Werte gelten.

Somit wären die Vorgaben aus dem Planfeststellungsverfahren nach heutigen Vorgaben nicht mehr rechtens, so Ackermann.

Jüngst trafen sich die Anwohner und Aschermann mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Frauke Heiligenstadt in Oldenrode und Düderode an der Autobahn 7, damit sie sich ein Bild vor Ort machen konnte. Auch sie kam zu dem Schluss, dass der Lärmzustand nicht hinnehmbar sei. Sie versprach, sich gegenüber den Verantwortlichen für eine Abhilfe und eine rasche Wiederherstellung des erforderlichen Lärmschutzes einzusetzen. Via Niedersachsen hat sich bis Redaktionsschluss zu den Fragen des Lärmschutzes nicht geäußert. (Rosemarie Gerhardy)

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