Fehlender Nachwuchs: Kirchenchor Kalefeld hat sich aufgelöst

Letzter Auftritt: Mit dem Klassiker „Ihr Freunde all, das Lied verklang“ hat sich der Kalefelder Kirchenchor von seinem Publikum verabschiedet. Foto: Jelinek

Kalefeld. Nach fast 60 Jahren ist Schluss: Der Kirchenchor Kalefeld hat sich aufgelöst.

Sein Abschlusskonzert gab der zuletzt nur noch aus zwölf Sängerinnen bestehende Chor vor rund 80 Zuhörern bei einem Festgottesdienst in der Liebfrauenkirche.„Man muss einfach den richtigen Zeitpunkt erkennen, wenn man aufhören sollte“, sagt Chorleiterin Uschi Reinecke. Die 77-Jährige, die den einst gemischten Kirchenchor mitgegründet und 1996 die Leitung von Christa Walter übernommen hatte, klagte schon länger über fehlenden Nachwuchs. „Unser letzter Neuzugang war vor neun Jahren eine 67-jährige Frau“, sagt sie.

Als dann altersbedingt immer weniger Sängerinnen zu den Auftritten kommen konnten, stand kurz vor Weihnachten fest: Im Sommer ist Schluss. „Mit sieben, acht Leuten dreistimmig zu singen, das geht auf Dauer nicht“, sagt Reinecke.

In guter Erinnerung

Außerdem sollte das Publikum den Kirchenchor, der zuletzt über ein Durchschnittsalter von 71 Jahren verfügte, mit anspruchsvollen Gesangsleistungen in guter Erinnerung behalten. „Deshalb war die Auflösung nur eine Frage der Zeit“.

Angefangen hat alles im Jahr 1956. Den ersten Auftritt hatte der von einem Dutzend Männer und Frauen gegründete Chor beim Konfirmationsgottesdienst mit dem Lied „Jesu geh voran“.

Chor hatte einst 30 Sänger

Seitdem war er ein fester Bestandteil des Gemeindelebens und trat bei Kirchenfesten auf. Zu seinen Bestzeiten zählte der Chor laut Reinecke knapp 30 Mitglieder. Ende der 1990er-Jahre schieden die Männer aus. Am Sonntag formierten sich nun auch die verbliebenen Frauen zum letzten Mal vor dem Altar. Ihr letztes Stück war der Kirchenlied-Klassiker „Ihr Freunde all, das Lied verklang“.

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