Novum im Alten Amt: Eboldshäuser Wehr ist jetzt Löschgruppe

Werden in Sachen Feuerwehr künftig noch enger zusammenarbeiten: Kalefelds Ortsbrandmeister Peter Haase (von links), die Eboldshäuser Wilfried Holland und Henning Fischer, Gemeindebrandmeister Karsten Müller und der Eboldshäuser Klaus Renziehausen. Foto: Schwekendiek

Eboldshausen. Gerade mal zehn Freiwillige leisten in Eboldshausen aktiven Dienst in der Feuerwehr. Zu wenige, um dauerhaft als eigenständige Ortsfeuerwehr bestehen zu können.

Zum 1. Januar wurde die Wehr deshalb in Absprache mit dem Landkreis als Löschgruppe der Feuerwehr Kalefeld angegliedert - ein Novum in der Altämter Feuerwehrgeschichte.

„Wir wollten die Feuerwehr als Institution in Eboldshausen unbedingt erhalten“, erklärt Gemeindebrandmeister Karsten Müller diesen Schritt. „Für die Dorfgemeinschaft ist das ungemein wichtig.“ Und auch die Ortskenntnisse der Eboldshäuser seien für Einsätze von unschätzbarem Wert. „Die Kollegen kennen jedes Haus, jeden Garten und auch jede Abkürzung im Dorf“, so Müller.

Rein praktisch ändert sich für die Kameraden vor Ort kaum etwas. Das Tragkraftspritzenfahrzeug und die Ausrüstung bleiben vor Ort. Bei Einsätzen wird ohnehin die Kalefelder Feuerwehr mitalarmiert. Jetzt sei man aber auch juristisch auf der sicheren Seite, sagt Müller. „Alle Verantwortlichen können wieder ruhig schlafen.“

Schließlich muss eine Ortsfeuerwehr aus mindestens 22 Aktiven bestehen, so sieht es eine Verordnung des Landes Niedersachsen vor. Für Eboldshausen ist das derzeit utopisch - seit Jahren mangelt es an Nachwuchs in dem 219-Seelen-Dorf. Dennoch ist die Feuerwehr eine feste Institution: Jeder dritte Einwohner ist Mitglied - nur eben nicht im aktiven Dienst.

Verantwortlich für die Eboldshäuser Feuerwehr ist ab sofort der Kalefelder Ortsbrandmeister Peter Haase. Die Eboldshäuser müssen noch einen Gruppenführer benennen. Die Dienstabende finden aus organisatorischen Gründen erstmal weiter getrennt statt.

„Aber wir wollen die Zusammenarbeit weiter forcieren“, sagt der ehemalige stellvertretende Eboldshäuser Ortsbrandmeister Henning Fischer. Davon könnten die Eboldshäuser nur profitieren. Während sie 2014 kein einziges Mal alarmiert wurden, rückten die Kalefelder Kollegen zu 13 Brandeinsätzen und 15 Hilfeleistungen aus. Durch die Zusammenarbeit sei es künftig möglich, mehr Praxiserfahrungen zu sammeln.

Dass anderen Ortsfeuerwehren kleinerer Dörfer in den nächsten Jahren ein ähnliches Schicksal wie Eboldshausen droht, glaubt Karsten Müller nicht. „Derzeit erfüllen alle die Mindeststärke von 22 Aktiven.“ Den demografischen Wandel könne man jedoch nicht aufhalten.

Von Julia Schwekendiek

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